Morbus Crohn als Risikofaktor für Darmkrebs

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Sowohl das Erkrankungs- als auch das Sterberisiko sind erhöht.

Patienten mit Morbus Crohn, einer chronischen entzündlichen Darmerkrankung, haben ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, und ein erhöhtes Risiko, im Falle einer Darmkrebserkrankung daran zu versterben. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Lancet Gastroenterology & Hepatology.

In der Studie wurden Registerdaten aus Dänemark und Schweden aus den Jahren 1969 bis 2017 ausgewertet. Einbezogen wurden 47.035 Patienten mit bestätigtem Morbus Crohn, als Vergleichsgruppe dienten 463.187 Personen gleichen Alters und Geschlechts aus nationalen Bevölkerungsregistern.

Während des Beobachtungszeitraums ergab sich für die Crohn-Patienten eine Todesrate an Darmkrebs von 0,47 pro 1.000 Personen-Jahre, für die Vergleichsgruppe betrug sie 0,31 pro 1.000 Personen-Jahre. Personen-Jahre ergeben sich als die Summe der individuellen Jahre, die alle an einer Studie teilnehmenden Personen insgesamt unter Beobachtung stehen. Einer Erkrankungsrate an Darmkrebs von 0,82 pro 1.000 Personen-Jahre unter den Crohn-Patienten stand eine Erkrankungsrate von 0,64 pro 1.000 Personen in der Vergleichsgruppe gegenüber. 

Damit, so die Studienautoren, habe sich gezeigt, dass Patienten mit Morbus Crohn häufiger an Darmkrebs erkranken als gleichaltrige Personen ohne Morbus Crohn. Wenn Faktoren wie das Tumorstadium berücksichtigt wurden, war in der Studie auch die Sterberate an der Erkrankung höher. Als besonders gefährdet erwiesen sich Crohn-Patienten, bei denen eine sklerosierende Entzündung der Gallenwege (Cholangitis) vorlag. Auch war das Risiko besonders erhöht, wenn die Crohn-Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr in Erscheinung getreten war und wenn die damit verbundenen Entzündungen den Dickdarm betrafen. Bei den Betroffenen müsse, so die Empfehlung der Studienautoren, in besonderem Maße auf eine regelmäßige Darmkrebsfrüherkennung geachtet werden. 

 

Quelle:

Olén O et al. Colorectal cancer in Crohn's disease: a Scandinavian population-based cohort study. Lancet Gastroenterology & Hepatology, Onlinevorabveröffentlichung am 14. Februar 2020, DOI:https://doi.org/10.1016/S2468-1253(20)30005-4

 

(KvK) 

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Zuletzt aufgerufen am: 30.03.2020 13:58