Mit Darmkrebs leben

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In einer Studie untersuchten britische Wissenschaftler, wie es um die Lebensqualität nach einer Darmkrebserkrankung bestellt ist

Viele Krebspatienten haben heute gute Chancen, ihre Krankheit zu überleben. Damit dies gelingen kann, müssen die Therapien gegen den Krebs konsequent und unerbittlich sein  - was natürlicherweise bei den Betroffenen Spuren hinterlässt. Um Patienten langfristig dabei zu unterstützen, mit den Folgen einer Krebserkrankung und ihrer Therapien umzugehen, müssen Wissenschaftler untersuchen, was die Überlebenden umtreibt, mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben und wie es um ihre Lebensqualität bestellt ist. Britische Forscher führten zu diesem Zweck eine Befragung unter Darmkrebspatienten durch und veröffentlichten ihre Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Die Forscher verschickten einen Fragebogen an alle rund 34.500 Patienten in England, die zwischen 2010 und 2011 die Diagnose Darmkrebs erhalten hatten und 12 bis 36 Monate danach noch am Leben waren. Der Fragebogen bezog sich auf fünf Punkte: die Therapie, das Krankheitsstadium, chronische Begleiterkrankungen, die Lebensqualität und Beeinträchtigungen, die unmittelbar mit der Krebserkrankung in Verbindung standen.

63 Prozent der Patienten beteiligten sich an der Befragung. Zwei Drittel von ihnen berichtete über mindestens ein gesundheitliches Problem. Besonders beeinträchtigt fühlten sich Patienten, die an einer Begleiterkrankung litten, bei denen der Darmkrebs noch aktiv oder bereits zurückgekehrt war, Patienten, bei denen infolge der Krebserkrankung ein künstlicher Darmausgang, ein Stoma, geschaffen werden musste, sowie jüngere Patienten (unter 55 Jahren) und sehr alte Patienten (über 85 Jahre). Nach einer Rückverlegung des Stomas – oft möglich, wenn sich der Darm von der Operation erholt hat – verschaffte den Betroffenen in vielen Fällen Erleichterung, auch wenn sich dadurch nicht alle Darmprobleme beseitigen ließen. Ein Viertel der Patienten mit Enddarmkrebs berichtete über Beeinträchtigungen des Sexuallebens.

Nach Ansicht der Studienautoren sei es notwendig, die Probleme und Beeinträchtigungen, mit denen Darmkrebsüberlebende langfristig zu kämpfen hätten, zu erfassen. Ihnen könnten dann gezielte Hilfestellungen angeboten werden, um den Umgang damit zu erleichtern.

 

Quelle:

Downing, A. et al.: Health-Related Quality of Life After Colorectal Cancer in England: A Patient-Reported Outcomes Study of Individuals 12 to 36 Months After Diagnosis. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 5. Januar 2014, doi: 10.1200/JCO.2014.56.6539

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35