Minimale Restkrankheit nach autologer Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom

Nachricht vom 23.04.2022

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Der Umstand, ob noch minimale Restkrankheit vorliegt oder nicht, ist offenbar ein wichtiger Prognosefaktor.

Wenn bei einem multiplen Myelom nach einer autologen Stammzelltransplantation keine Tumorzellen mehr nachweisbar sind, also keine sogenannte minimale Restkrankheit mehr vorliegt, bestehen gute Chancen, dass die Krankheit nicht zurückkehrt. Das zeigen die Ergebnisse einer großen Phase III-Studie, die in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurden.

Für die Analyse wurden die Daten von Patienten aus der Studie Myeloma XI analysiert. Dort hatten sich an multiplem Myelom Erkrankte einer autologen Stammzelltransplantation unterzogen und anschließend drei Monate nach der Transplantation eine Erhaltungstherapie mit einem Immunmodulator oder keine weitere Therapie erhalten. Vor Einleitung der Erhaltungstherapie (also drei Monate nach der Stammzelltransplantation) und sechs Monate später (also insgesamt neun Monate nach der Stammzelltransplantation) wurde ermittelt, ob bei den Patienten noch minimale Restkrankheit nachweisbar war oder nicht.

Drei Monate nach der Stammzelltransplantation waren rund 63 Prozent der Patienten frei von minimaler Restkrankheit. Dies war in der Folge mit einem besseren Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, und einem besseren Gesamtüberleben verbunden. Nach neun Monaten, also sechs Monate nach Beginn der Erhaltungstherapie, war bei rund 66 Prozent der Patienten keine minimale Restkrankheit mehr nachweisbar. Und auch dies war in der Folge mit einem besseren Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, und mit einem besseren Gesamtüberleben verbunden. Der Überlebensvorteil betraf sowohl Patienten, bei denen nach drei und nach neun Monaten keine minimale Restkrankheit mehr nachweisbar gewesen war, als auch Patienten, bei denen erst nach neun Monaten keine Restkrankheit mehr gefunden wurde.

Die Chance, dass der Befund von minimaler Restkrankheit nach drei Monaten auf nicht-minimale Restkrankheit nach neun Monaten umschlug, war bei den Patienten, die die Erhaltungstherapie mit dem Immunmodulator erhalten hatten, höher, als bei den Patienten, die keine Erhaltungstherapie erhalten hatten. Ungünstig auf die Prognose wirkten sich bestimmte molekulare Eigenschaften der Tumorzellen aus, die generell mit einem hohen Risiko für einen Rückfall verbunden sind.

Drei und neun Monate nach einer autologen Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom keine minimale Restkrankheit mehr zu haben erhöhe offenbar die Wahrscheinlichkeit für einen günstigen Krankheitsverlauf, so die Studienautoren in ihrer Zusammenfassung. 

 

Quelle:

de Tute RM et al. Minimal Residual Disease After Autologous Stem-Cell Transplant for Patients With Myeloma: Prognostic Significance and the Impact of Lenalidomide Maintenance and Molecular Risk. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 4. April 2022, DOI: 10.1200/JCO.21.02228

 

(KvK)

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