Metastasiertes Merkelzellkarzinom: Wenn die Immuntherapie endet

Nachricht vom 06.10.2023

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Bei gutem Ansprechen auf eine Immuntherapie bestehen auch nach deren Beendigung gute Chancen für eine langanhaltende Wirksamkeit.

Wenn ein Merkelzellkarzinom, das sich bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hat, auf eine Immuntherapie mit einem Checkpointhemmer gut anspricht und diese Therapie nach einem Jahr beendet wird, bestehen offenbar gute Chancen darauf, dass das Ansprechen lange und stabil anhält. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Cancer veröffentlicht wurden.

Viele Merkelzellkarzinome, bösartige Hauttumoren, die sich oft rasch und aggressiv ausbreiten, sprechen auf die Immuntherapie mit Checkpointblockern an. In die vorliegende Studie wurden Patienten einbezogen, deren Tumor auf eine Immuntherapie mit einem PD-L1-Blocker komplett angesprochen hatte. Sie beendeten die Behandlung nach einem Jahr oder vorzeitig, weil zu starke Nebenwirkungen vorlagen. Das komplette Ansprechen war bei allen durch ein bildgebendes Verfahren, eine sogenannte Fluordesoxyglukose-Positronenemissionstomographie/Computertomographie (FDG-PET/CT), bestätigt worden.

Nur ein geringer Anteil an Patienten erlebte nach der Beendigung der Therapie einen Rückfall, der so ca. ein halbes Jahr später auftrat. Die Studienautoren berichteten, dass auch nach einem Jahr ohne Therapie die Ansprechraten noch immer stabil waren. Die Wirkung der Immuntherapie hielt offenbar lange an.

Ein bis gut zwei Drittel der Patienten mit metastasiertem Merkelzellkarzinom sprechen auf eine Therapie mit Immuncheckpointhemmern an. Wie lange die Therapie idealerweise dauern sollte, ist bislang nicht bekannt.

 

Quelle:

Zijlker LP et al. Avelumab treatment for patients with metastatic Merkel cell carcinoma can be safely stopped after 1 year and a PET/CT–confirmed complete response. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 3. Oktober 2023, https://doi.org/10.1002/cncr.35050

 

(kvk)

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