Metastasierter schwarzer Hautkrebs: Zielgerichtet kombinieren

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Die Kombination von zwei zielgerichteten Wirkstoffen kann bei einer Reihe von Patienten zu einem stabilen langanhaltenden Ansprechen führen.

Dank der neuen molekularen Diagnostikmethoden konnten in der jüngeren Vergangenheit zielgerichtete Therapien für die Behandlung von fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, entwickelt werden. Sie können die Krankheit, die sich - einmal im Körper metastasiert - in der Regel rasant weiter ausbreitet und zum Tode führt, zumindest vorübergehend zum Stillstand bringen. Wissenschaftler testeten die Kombination zweier solcher zielgerichteten Therapien – die BRAF-Hemmung und MEK-Hemmung. Und tatsächlich: Dem Bericht in der Fachzeitschrift Annals of Oncology zufolge, können durch eine Kombination beider die Überlebenszeiten deutlich verlängert werden.

Für das Wachstum und Überleben von Melanomzellen sind spezifische Signalwege unerlässlich. Diese werden von bestimmten Molekülen gesteuert, in denen charakteristische genetische Veränderungen, sogenannte Mutationen stattgefunden haben. Besonders relevant beim malignen Melanom ist der sogenannte RAS-RAF-MEK-ERK-Signalweg. Dieses Wissen lässt sich in der Therapie durch Hemmstoffe ausnutzen – die kleinen, chemisch hergestellten Moleküle wandern in die Zellen ein und blockieren die Aktivierung der Signalwege. Solche Hemmstoffe sind der BRAF-Blocker Dabrafenib und der MEK-Blocker Trametinib. 

An der aktuellen Studie nahmen 423 Patienten mit inoperablem fortgeschrittenem Melanom teil, bei dem eine BRAF V600E/K–Mutation vorlag – die Voraussetzung für eine gute Wirkung von BRAF-Hemmern. Die Patienten erhielten entweder eine Kombinationstherapie mit dem BRAF-Hemmer Dabrafenib und dem MEK-Hemmer Trametinib oder sie wurden mit Dabrafenib plus einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt.

Nach drei Jahren waren in der Dabrafenib-Trametinib-Gruppe noch 44 Prozent der Patienten am Leben, in der Dabrafenibgruppe hingegen ein Drittel. Bei 22 Prozent der Patienten aus der Kombinationsgruppe war die Krankheit noch immer still, in der Dabrafenibgruppe war dies bei zwölf Prozent der Patienten der Fall.  

Die Studie zeige, dass eine Kombination von BRAF- und MEK-Hemmung bei einer Reihe von Patienten mit fortgeschrittenem malignem Melanom zu einem stabilen und langanhaltenden Ansprechen führen kann, so die Interpretation der Studienautoren. 

 

Quelle:

Long, G. V. et al.: Dabrafenib plus trametinib versus dabrafenib monotherapy in patients with metastatic BRAF V600E/K–mutant melanoma: long-term survival and safety analysis of a phase 3 study. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 5. Mai 2017, DOI: https://doi.org/10.1093/annonc/mdx176

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.10.2017 21:19