Metastasierter schwarzer Hautkrebs: Mutation „ausnutzen“

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Liegt eine bestimmte Genveränderung bei fortgeschrittenem malignem Melanom vor, kann eine Therapie mit einem sogenannten BRAF-Hemmer die Überlebenszeit verlängern.

Wenn sich schwarzer Hautkrebs, das sogenannte maligne Melanom, bereits mit Tochtergeschwülsten (Metastasen) in andere Organe ausgebreitet hat, ist Heilung durch eine Operation nicht mehr möglich. Dank neuer systemischer, also im ganzen Körper wirkender Therapien haben sich jedoch die Überlebensaussichten der Patienten, die früher in solchen Fällen äußerst ungünstig waren, erheblich verbessert. Ein Wirkstoff, der die Krankheit für längere Zeit zum Stillstand bringen und dadurch die Lebenszeit der Betroffenen verlängern kann, ist der sogenannte BRAF-Hemmer Vemurafenib. In der Fachzeitschrift Annals of Oncology veröffentlichten Wissenschaftler die Abschlussergebnisse einer Studie, in der der Wirkstoff im Vergleich zu einem bewährten Chemotherapeutikum getestet worden war.

Die Krebszellen beim schwarzen Hautkrebs, die sogenannten Melanomzellen, sind, um überleben und wachsen zu können, auf bestimmte, nur für sie geltende Signalwege angewiesen. Diese wiederum werden von Molekülen gesteuert, in denen charakteristische genetische Veränderungen, sogenannte Mutationen stattgefunden haben. Kleine, chemisch hergestellte Moleküle („nibs“) können in die Zelle einwandern und die Aktivierung dieser Signalwege blockieren. Besonders relevant ist beim malignen Melanom der sogenannte RAS-RAF-MEK-ERK-Signalweg. Ein BRAF-Blocker wie Vemurafenib kann deshalb die Krankheit vorübergehend zum Stillstand bringen – allerdings nur, wenn eine entsprechende Mutation, die sogenannte BRAFV600-Mutation, vorliegt.

In der Studie waren Patienten, bei denen ein BRAFV600-Mutation-positives metastasiertes Melanom diagnostiziert wurde, mit entweder Chemotherapie oder Vemurafenib behandelt worden. Die Patienten, die Vemurafenib erhalten hatten, wiesen signifikant längere Gesamtüberlebenszeiten auf als die mit Chemotherapie Behandelten. Da ein nicht unerheblicher Teil der Patienten, die zunächst Chemotherapie erhalten hatten, im Laufe der Studie auf Vemurafenib wechselte, und weil jeweils die Hälfte der Patienten in beiden Gruppen noch zusätzliche Therapien, zum Beispiel eine Immuntherapie gegen den Krebs erhielt, glichen sich die Überlebenskurven nach drei Jahren zunehmend an.

Nach Ansicht der Studienautoren konnte damit in der Studie die gute und anhaltende Wirkung des BRAF-Hemmers Vemurafenib bei Patienten mit metastasiertem Melanom nachgewiesen werden.

 

Quelle:

Chapman, P. B. et al.: Vemurafenib in patients with BRAFV600 mutation–positive metastatic melanoma: final overall survival results of the randomised BRIM-3 study. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. August 2017, https://doi.org/10.1093/annonc/mdx339

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18