Metastasierter Darmkrebs: Überlebensvorteile bei Immuntherapie

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Die Überlebensaussichten verbessern sich, wenn bei der Erstbehandlung eine Immuntherapie durchgeführt wird. Allerdings müssen bestimmte Veränderungen in den Krebszellen vorliegen.

Patienten mit metastasiertem Darmkrebs, der bestimmte Veränderungen in seinen Zellen, eine sogenannte Mikrosatelliteninstabilität oder Defizite in den Gendefektreparaturgenen aufweist, können davon profitieren, wenn sie in der Erstbehandlung eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker anstelle einer Chemotherapie erhalten. Auf der diesjährigen Tagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurden die finalen Ergebnisse der sogenannten KEYNOTE-177-Studie vorgestellt.

307 Patienten ab 18 Jahren nahmen an der Phase III-Studie teil. Bei allen war Darmkrebs im metastasierten Stadium (IV) diagnostiziert worden und bei allen lagen in den Krebszellen eine sogenannte Mikrosatelliteninstabilität oder Defizite in den Gendefektreparaturgenen vor. In der Erstbehandlung erhielten die Patienten entweder eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker oder eine Standardchemotherapie (mFOLFOX6 oder FOLFIRI) mit oder ohne einen Angiogenesehemmer oder Anti-EGFR-Antikörper. Wenn die Krankheit nach der Chemotherapie weiter voranschritt, konnten die Betroffenen auf die Immuntherapie mit dem PD1-Blocker wechseln. 

Durch die Immuntherapie sank im Vergleich zur Chemotherapie das Risiko, an der Erkrankung zu sterben. Allerdings war die erreichte Differenz statistisch nicht signifikant, was die Studienautoren auf den hohen Anteil von Patienten zurückführen, der von der Chemotherapie auf die Immuntherapie wechselte. Die Überlebenszeit, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, verdoppelte sich unter der Immuntherapie im Vergleich zur Chemotherapie. Und auch die Ansprechrate war höher. Hinsichtlich der Nebenwirkungen schnitt die Immuntherapie besser als die Chemotherapie ab.

Nach Ansicht der Studienautoren bestätigten die finalen Ergebnisse der Studie die Annahme, dass die Immuntherapie mit dem PD1-Blocker die neue Standardersttherapie bei Patienten mit metastasiertem Darmkrebs mit Mikrosatelliteninstabilität oder Defiziten in den Gendefektreparaturgenen werden müsse.

 

Quelle:

Andre T et al. Final overall survival for the phase III KN177 study: Pembrolizumab versus chemotherapy in microsatellite instability-high/mismatch repair deficient (MSI-H/dMMR) metastatic colorectal cancer (mCRC). Journal of Clinical Oncology 39, 2021 (suppl 15; abstr 3500); ASCO 2021

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 17.09.2021 15:30