Metastasierter Darmkrebs: Mehrere Angriffspunkte nutzen

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Alte Patienten erhalten bei fortgeschrittenem nicht-operablem Darmkrebs oft nur eine Chemotherapie mit einem einzelnen Wirkstoff, um die Nebenwirkungen zu minimieren. Doch auch sie können laut einer Studie von unterschiedlichen Therapieansätzen profitieren.

Die Möglichkeiten, fortgeschrittenen Darmkrebs zu behandeln, der sich bereits in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, gebildet hat, sind größer geworden – längst haben sich neben der Chemotherapie mit den zielgerichteten Therapien weitere Optionen etabliert. Bei alten Patienten jedoch werden diese Mittel nur selten eingesetzt, wie sich in einer niederländischen Studie zeigte, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Acta Oncologica erschienen.

Die Forscher analysierten die Daten von 385 Patienten aus dem niederländischen Krebsregister, die wegen eines nicht operablen metastasierten Darmtumors mit einer palliativen Therapie behandelt worden waren. Bei der palliativen Behandlung geht es darum, das Leben zu verlängern und Beschwerden und Komplikationen infolge des Tumorleidens zu verhindern oder zu lindern, sodass die Lebensqualität erhalten bleibt.

Meist nur Chemotherapie mit einem Wirkstoff

Die Patienten, die 75 Jahre oder älter waren, erhielten häufiger als die jüngeren als erste Therapie eine Chemotherapie mit einem einzigen Wirkstoff (63 Prozent im Vergleich zu 32 Prozent) – vermutlich aus Angst vor zu starken Nebenwirkungen, die die Lebensqualität beeinträchtigen. Nur selten, nämlich bei etwa jedem fünften älteren Patienten, wurde zusätzlich eine zielgerichtete Therapie durchgeführt. Auch bei den älteren Patienten jenseits des 75. Lebensjahres die Wahrscheinlichkeit geringer, dass bei ihrer Behandlung alle Möglichkeiten der Chemotherapie mit den bekannten wirksamen Mitteln ausgeschöpft werden. Gleichzeitig war dies der wichtigste Faktor für die Sterblichkeit: Mit der Zahl der eingesetzten systemisch, also im ganzen Körper wirkenden Mittel sank das Sterberisiko.

Auch bei alten Patienten verschiedene Angriffspunkte ausnutzen

Auch alte Patienten mit metastasiertem Darmkrebs können nach Einschätzung der Studienautoren von systemischen Therapien profitieren, bei denen verschiedene Angriffspunkte an den Tumor ausgenutzt werden. In diesem Punkt sehen die Wissenschaftler noch erhöhten Forschungsbedarf, um herauszufinden, welche Mittel wirklich für alte Patienten geeignet sind und die (Über)Lebensaussichten verbessern.

 

Quelle:

Razenberg, L. G. E. M. et al.: Age-related systemic treatment and survival of patients with metachronous metastases from colorectal cancer. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 1. September 2016, http://dx.doi.org/10.1080/0284186X.2016.1223880

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19