Metastasierter Brustkrebs: Wenn viele Therapien versagt haben

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Wenn HER2-positiver metastasierter Brustkrebs nach mehreren Therapien zurückkehrt, kann ein neuer HER2-Hemmer Vorteile bringen.

Wenn HER2 (human epidermal growth factor receptor 2)-positiver Brustkrebs, der sich bereits mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hat, nach mehreren Therapien mit den bislang üblichen HER2-Hemmern wiederkehrt, sind die Überlebensaussichten eher ungünstig. In einem solchen Fall kann sich womöglich eine Therapie mit einem neuen HER2-Hemmer lohnen, wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine berichteten.

An der Studie nahmen 612 Patientinnen mit HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs teil, die bereits zahlreiche Therapien durchlaufen, jedoch immer wieder einen Rückfall erlebt hatten. Sie wurden mit einem HER2-Antikörper, einem Chemotherapeutikum sowie entweder dem neuen, in Tablettenform zur Verfügung stehenden HER2-Hemmer oder einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt.

Nach einem Jahr war in der mit dem neuen HER2-Hemmer behandelten Gruppe die Krankheit bei noch einem Drittel der Patientinnen nicht weiter vorangeschritten. In der Placebogruppe gelang dies bei nur zwölf Prozent. Auch das Gesamtüberleben nach zwei Jahren war signifikant besser. Besonders auffällig war die Wirkung des neuen HER2-Hemmers bei Patientinnen mit Hirnmetastasen: Während in der Placebogruppe die Krankheit nach einem Jahr bei allen Patientinnen mit Hirnmetastasen weiter vorangeschritten war, blieb die Krankheit unter dem HER2-Hemmer bei einem Viertel der Patientinnen mit Hirnmetastasen still. Häufigere Nebenwirkungen unter dem HER2-Hemmer waren Durchfall und erhöhte Leberwerte.

Bei intensiv vorbehandelten Patientinnen mit HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs könne eine Therapie mit dem neuen HER2-Hemmer in Kombination mit einem HER2-Antikörper und einem Chemotherapeutikum die Überlebensaussichten verbessern, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Murthy RK et al. Tucatinib, Trastuzumab, and Capecitabine for HER2-Positive Metastatic Breast Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 11. Dezember 2019, DOI: 10.1056/NEJMoa1914609

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24