Metastasen in der Leber

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Bei fünf von 100 Krebspatienten schon bei der Erstdiagnose.

Fünf von 100 Patienten, bei denen eine Krebsdiagnose gestellt wird, weisen schon bei der Erstdiagnose Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in der Leber auf. Häufigster Ausgangspunkt sind offenbar Brust- und Darmkrebserkrankungen, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology berichteten.

Die Forscher analysierten die Daten der US-amerikanischen Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) Datenbank aus den Jahren 2010 bis 2015. Unter den in diesem Zeitraum registrierten 2,4 Millionen Krebspatienten wiesen rund fünf Prozent schon bei der Erstdiagnose Lebermetastasen auf. Bei den zugrundeliegenden Krebserkrankungen handelte es sich am häufigsten um Brustkrebs bei Frauen im Alter von 20 bis 50 Jahren und um Darmkrebs bei jüngeren Männern. Je älter die Patienten mit Lebermetastasen waren, desto vielfältiger wurden die zugrundeliegenden Krebserkrankungen: Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Dünndarmkrebs, maligne Melanome und Blasenkrebs waren ebenso Ausgangspunkt für die Lebermetastasen wie Lungenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs.

Die Überlebensaussichten waren, wenn schon bei der Erstdiagnose Lebermetastasen vorlagen, deutlich geschmälert. Insbesondere bei Hodenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs, Analkrebs und malignem Melanom ging das Vorhandensein von Lebermetastasen bei der Erstdiagnose mit einem verringerten Überleben einher.

 

Quelle:

Horn SR et al. Epidemiology of liver metastases. Cancer Epidemiology 2020, 67:101760. https://doi.org/10.1016/j.canep.2020.101760

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24