Metastasen im Hals: Wenn die Herkunft unbekannt ist

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Wenn sich Metastasen im Hals finden, ohne dass der Ursprungsort festgestellt werden kann, ist die intensitätsmodulierte Strahlentherapie offenbar eine gute Therapieoption.

Mitunter werden im Halsbereich Krebsmetastasen festgestellt, ohne dass sich der Ursprungsort und –tumor dieser Tochtergeschwülste finden lassen. In dieser Situation ist guter Rat teuer, welche Therapie die optimale sein könnte. In einer neuen Studie untersuchten Wissenschaftler die Effizienz der intensitätsmodulierten Strahlentherapie für eine Bestrahlung des Halses, des Nasenrachens und des Mundrachens. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cancer.

Ausgewertet wurden rückblickend die Daten von 260 Patienten, bei denen Metastasen im Halsbereich ohne Ursprungsort gefunden worden waren. Sie erhielten intensitätsmodulierte Strahlentherapie, wobei bei 78 Patienten auch die Schleimhaut im Rachen- und Kehlkopfbereich und bei 167 Patienten die Schleimhaut im Nasen- und Mundrachen bestrahlt worden war, bei elf Patienten blieb die Strahlentherapie auf den Hals begrenzt. Bei 84 Patienten wurden die Halslymphknoten operativ entfernt.

Durch die Therapie konnte die Krankheit insgesamt gut kontrolliert werden. So waren nach fünf Jahren 84 Prozent der Patienten noch am Leben, 91 Prozent hatten keinen lokalen Rückfall erlitten und 94 Prozent, also fast alle, waren frei von weiteren Fernmetastasen in anderen Organen. Ungünstigere Aussichten hatten diejenigen Patienten, bei denen bei der Erstdiagnose schon mehr befallene Lymphknoten nachgewiesen worden waren. Patienten, deren Tumor mit humanen Papillomviren (HPV) in Verbindung stand, hatten eine bessere Prognose. 

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, könnten Metastasen unbekannter Herkunft im Halsbereich mit einer intensitätsmodulierten Bestrahlung von Hals, Mund- und Nasenrachenschleimhaut gut behandelt werden. Zusätzliche Therapien wie Chemotherapie oder Operation brachten in der Studie keinen weiteren Nutzen.

Bei der intensitätsmodulierten Strahlentherapie wird das Tumorgewebe intensiv mit einer hohen Dosis bestrahlt, wobei das umgebende gesunde Gewebe weitgehend verschont bleibt. Dies ist möglich, weil die Strahlen aus verschiedenen Richtungen eintreffen und auch die Strahlungsintensität während der Bestrahlungssitzung jeweils variiert.

 

Quelle:

Kamal M et al. Outcomes of patients diagnosed with carcinoma metastatic to the neck from an unknown primary source and treated with intensity-modulated radiation therapy. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 16. Januar 2018, DOI: 10.1002/cncr.31235

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.02.2018 14:29