Metastasen bei Darmkrebs

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Die Zahl der befallenen Organe spielt für die Prognose bei der Erkrankung eine Rolle.

Wenn sich Darmkrebs in andere Organe ausbreitet, sinken die Heilungschancen. Doch ist es offenbar für die Prognose weniger entscheidend, wieviele Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, der Tumor bildet. Vielmehr spielt die Verbreitung der Metastasen eine Rolle. Darauf deuten Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Acta Oncologica hin.

In die Studie wurden die Daten von 978 Patienten mit Adenokarzinomen des Darms einbezogen, die zwischen 2006 und 2018 an drei onkologischen Zentren in Österreich behandelt worden waren. 70 Prozent von ihnen wiesen Metastasen an nur einer einzigen Stelle auf, die meisten in der Leber oder in der Lunge. Für die Prognose wichtig war die Zahl der von Metastasen betroffenen Organe. Keine Rolle spielte es hingegen, wenn im Laufe der Zeit in den betroffenen Organen weitere Metastasen hinzukamen. 

Patienten, die anfangs Metastasen nur in der Lunge aufwiesen, hatten die beste Prognose. Die Überlebensaussichten verbesserten sich zudem, wenn die Lungenmetastasen operativ entfernt wurden. 

Offenbar, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, sei es für die Prognose bei Darmkrebs weniger entscheidend, wieviele Metastasen insgesamt vorhanden sind, als vielmehr, in wievielen Organen sie sich befinden. Diese anfängliche Verteilung von Metastasen bleibe bei den meisten Patienten im Krankheitsverlauf stabil. Allerdings könne durch die Therapien Einfluss auf diese Zusammenhänge genommen werden.

 

Quelle:

Rumpold H et al. Prognostic value of metastatic pattern in colorectal cancer: a multicenter retrospective analysis in a real-life cohort. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 23. Oktober 2020, https://doi.org/10.1080/0284186X.2020.1837945

 

(KvK)

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