Metabolisches Syndrom weit verbreitet

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Überlebende bestimmter Krebserkrankungen leiden offenbar nicht selten unter dem metabolischen Syndrom, das eine große Belastung für das Herzkreislaufsystem bedeutet.

Krebsüberlebende sind überproportional häufig stark übergewichtig und leiden am metabolischen Syndrom. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung aus Korea, in der die Daten von ehemaligen Krebspatienten und nicht an Krebs erkrankten Personen vergleichbaren Alters und Geschlechts mit und ohne andere chronische Erkrankung miteinander verglichen wurden. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology publiziert.

Im Vergleich zu nicht an Krebs erkrankten Personen haben Krebsüberlebende grundsätzlich häufiger Begleiterkrankungen. Daran tragen auch die Nachwirkungen der Krebstherapien einen Anteil, ohne die ein Überleben aber in der Regel nicht möglich wäre. Vor allem Herzkreislauferkrankungen sind unter Krebsüberlebenden häufig verbreitet. Das metabolische Syndrom gehört dazu: Es handelt sich dabei um ein Aufeinandertreffen mehrerer Symptome bzw. Krankheiten: starkes Übergewicht bis Fettleibigkeit (Adipositas) mit meist bauchbetonter Fetteinlagerung, Bluthochdruck, erhöhter Blutzuckerspiegel bis hin zum Diabetes mellitus und ein gestörter Fettstoffwechsel. Die Belastungen, die vom metabolischen Syndrom für das Herzkreislaufsystem ausgehen, sind enorm hoch.

In der aktuellen Untersuchung werteten die Forscher die Daten einer koreanischen Kohortenstudie mit 5.274 Krebsüberlebenden, 20.703 nicht an Krebs erkrankten Personen ohne chronische Erkrankung und 21.096 nicht an Krebs erkrankten Personen mit einer anderen chronischen Erkrankung aus. Die Personen waren nach Alter und Geschlecht ausgeglichen.

Unter den ehemaligen Krebspatienten war das metabolische Syndrom signifikant häufiger verbreitet als unter den Personen ohne chronische Erkrankung, jedoch seltener als unter den Personen mit einer anderen chronischen Erkrankung. So litt unter den ehemaligen Krebspatienten etwa jeder vierte am metabolischen Syndrom, unter den nicht an Krebs erkrankten Personen ohne chronische Erkrankung war es knapp jeder fünfte, unter den Personen mit einer anderen chronischen Erkrankung etwa jeder dritte. Auch jedes einzelne Symptom bzw. Krankheitsbild des metabolischen Syndroms kam bei den Krebsüberlebenden häufiger vor als bei den Personen ohne chronische Erkrankung. Dies betraf Patienten, die Darmkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Lungenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Prostatakrebs und Blasenkrebs überlebt hatten. Es traf jedoch nicht für Überlebende von Magen- und Leberkrebs zu.

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, sei das metabolische Syndrom unter einem Teil der ehemaligen Krebspatienten stark verbreitet. Für Überlebende bestimmter Krebserkrankungen müssten demnach Aufklärungsprogramme für einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und viel Bewegung entwickelt werden.

 

Quelle:

Kim M et al. Increased prevalence of metabolic syndrome in adult cancer survivors: Asian first report in community setting. Cancer Epidemiology 2019, 58:130-6

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 23.07.2019 17:54