Metabolisches Syndrom und Nierenkrebs

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Das metabolische Syndrom steigert das Risiko für Nierenkrebs um mindestens das Vierfache

Verschiedene Lebensstilfaktoren können zur Entstehung von Nierenkrebs beitragen: Rauchen, Bluthochdruck und Fettleibigkeit sind als Risikofaktoren bekannt. Nun fügen Wissenschaftler dem einen weiteren Faktor hinzu: Das sogenannte metabolische („stoffwechselbedingte“) Syndrom. Sie berichteten darüber auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) Ende Mai in Chicago.

Das metabolische Syndrom zeichnet sich durch das Zusammentreffen von starkem Übergewicht (meist Bauchfett), Bluthochdruck, erhöhtem Blutzuckerspiegel bis hin zum Diabetes mellitus und erhöhte Blutfettwerte aus. Weitere Symptome wie erhöhte Harnsäurewerte, leicht erhöhte Entzündungszeichen oder verstärkte Blutgerinnung können hinzukommen. In der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie häufig Patienten mit Nierenkrebs am metabolischen Syndrom erkrankt waren. Tatsächlich stellten sie einen Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von mindestens drei Komponenten des metabolischen Syndroms und dem Auftreten von Nierenkrebs fest. Männer waren häufiger betroffen als Frauen. Insgesamt wiesen weniger als 45 Prozent der Patienten mit Nierenzellkarzinom Symptome des metabolischen Syndroms auf.

Am metabolischen Syndrom erkrankt zu sein, steigere das Risiko für Nierenkrebs um das Vierfache, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Je mehr Komponenten eines metabolischen Syndroms vorliegen, desto stärker erhöhe sich das Risiko.

 

Quelle:

Antón-Aparicio, L. et al.: Metabolic syndrome (MetS) incidence in renal cell carcinoma (RCC) patients. Journal of Clinical Oncology 33, 2015 (suppl; abstr e15587)

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.07.2017 13:34