Merkelzellkarzinom: Mit dem Alter wächst das Risiko

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Wenn das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt, nehmen auch die Erkrankungszahlen an Merkelzellkarzinomen zu.

Wenn das Durchschnittsalter in der Bevölkerung zunimmt, steigt auch die Gefahr von Merkelzellkarzinomen. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology hervor.

Merkelzellkarzinome sind aggressive neuroendokrine Hauttumoren, die sich schon frühzeitig über die Lymphknoten ausbreiten und zu Rückfällen nach der Therapie neigen. In der Studie wurden rückblickend die Daten von 3.720 Patienten mit Merkelzellkarzinom ausgewertet, die in neun Krebsregistern von 1987 bis 2016 festgehalten worden waren, darunter 2.200 Männern. 

Von 1987 bis 1991 nahm die Häufigkeit von Merkelzellkarzinomen um das Dreieinhalbfache zu. Die stärkste Zunahme war bei den Ältesten zu beobachten, ab 85 Jahren. Und auch für die kommenden Jahre sagten die Forscher anhand ihrer Zahlen eine weitere Zunahme der Erkrankungen an Merkelzellkarzinomen voraus.

Anfangs, so die Forscher, sei die wachsende Zahl von Merkelzellkarzinomen vermutlich darauf zurückzuführen gewesen, dass die Tumoren besser erkannt wurden und eine größere Aufmerksamkeit vorhanden gewesen sei. Doch der Anstieg der Fallzahlen hielt auch in den Folgejahren an. Dies gehe nach Ansicht der Wissenschaftler auf die zunehmende Lebenserwartung der Bevölkerung und damit einen Anstieg des Erkrankungsrisikos zurück.

 

Quelle:

Jacobs D et al. Assessment of Age, Period, and Birth Cohort Effects and Trends in Merkel Cell Carcinoma Incidence in the United States. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 4. November 2020, doi:10.1001/jamadermatol.2020.4102

 

(KvK)

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