Melanome im Genitalbereich von Frauen: Eine eigene Unterart von schwarzem Hautkrebs?

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Das molekulare Profil von Melanomen der Vulva und Vagina unterscheidet sich offenbar von demjenigen von Melanomen in anderen Körperregionen.

Maligne Melanome im Genitalbereich bei Frauen – an der Vulva (Schamhügel) und der Vagina (Scheide) – zeigen so deutliche molekulare Unterschiede zu anderen malignen Melanomen, dass sie womöglich eine eigene Unterart von schwarzem Hautkrebs darstellen. Zu dieser Schlussfolgerung gelangten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer, nachdem sie die molekularen Profile verschiedener Melanome untersucht hatten.

Die Forscher stützten sich auf die Daten von 2.304 Gewebeproben von malignen Melanomen, die zwischen 2009 und 2015 gesammelt worden waren. 51 Melanome im Genitalbereich von Frauen, davon 14 in der Vagina und 37 an der Vulva, wurden mit 2.2.53 nicht-gynäkologischen Melanomen verglichen, darunter mehr als 2.100 Hautmelanomen, 105 Schleimhautmelanomen und 21 Melanomen an den Hand- oder Fußflächen oder den Nägeln.

Die Veränderungen in bestimmten Genen, die bei schwarzem Hautkrebs auftreten können und mittlerweile insbesondere in fortgeschrittenen Stadien die Therapie leiten, unterschieden sich: Melanome der Vulva und Vagina wiesen signifikant häufiger als die anderen Melanome BRAF- und KIT-Mutationen auf, hingegen nur selten NRAS-Mutationen. Auch bildeten sie häufig PD-L1 und PD-1, was potenziell eine Angriffsfläche für eine Immuntherapie mit sogenannten PD-1-Checkpointblockern bietet. 

Die starken molekularen Besonderheiten vaginaler und vulvärer maligner Melanome lassen darauf schließen, dass es sich um eine Untergruppe von schwarzem Hautkrebs handele, so die Studienautoren zusammenfassend. Der Einsatz molekularer Therapien und Immuntherapien sei vielversprechend, weil diese auf spezielle Eigenschaften von Krebszellen abzielen, die bei den Tumoren oft vorhanden seien. In klinischen Studien müsse nun die Effizienz solcher Therapieansätze überprüft werden.

 

Quelle:

Hou, J. Y. et al.: Vulvar and vaginal melanoma: A unique subclass of mucosal melanoma based on a comprehensive molecular analysis of 51 cases compared with 2253 cases of nongynecologic melanoma. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Dezember 2016, DOI: 10.1002/cncr.30473

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.05.2017 09:31