Melanome früher bemerken

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Ein geschultes Auge hilft, schwarzen Hautkrebs, das maligne Melanom, früher zu erkennen. Dies verbessert die Prognose bei der Erkrankung.

Schwarzer Hautkrebs kann oft schon in einem frühen Stadium erkannt und geheilt werden. Doch dafür braucht es ein geschultes Auge und große Aufmerksamkeit bei der Hautuntersuchung. So lassen sich jedenfalls die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology erklären, aus denen hervorgeht, dass Patienten mit Melanomen, die von Ärzten entdeckt werden, im Durchschnitt eine bessere Prognose haben als Patienten, die die Erkrankung selbst entdecken.

Die Forscher bezogen in ihre Analyse die Daten von 783 Patienten mit malignem Melanom ein, die ihre Diagnose zwischen 1996 und 2012 erhalten hatten. Mehr als die Hälfte der Melanome (53 Prozent) waren von den Patienten selbst entdeckt und zum Anlass für einen Arztbesuch genommen worden. Bei einem Drittel dieser Patienten hatte das Melanom geblutet, gejuckt, geschmerzt oder sich vergrößert. Die Frauen entdeckten häufiger als die Männer die Melanome selbst. Bei den Männern befanden sich die Melanome zudem häufiger an weniger sichtbaren Stellen des Körpers als bei den Frauen. Gleichzeitig hatten von den Patienten, die selbst den Arzt wegen eines verdächtigen Flecks aufgesucht hatten, Frauen eine bessere Prognose als Männer. 

Bei der überwiegenden Zahl der Melanome (80 Prozent), die von den Hautärzten entdeckt wurden, geschah die Diagnosestellung zufällig im Rahmen einer anderen Untersuchung. Insgesamt waren die von den Patienten selbst entdeckten Melanome dicker und häufiger geschwürig verändert, hatten sich bereits häufiger in andere Organe ausgebreitet und Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, gebildet, und führten häufiger zum Tode als die Melanome, die von den Hautärzten gefunden worden waren.

Hautärzte und geschulte Hausärzte können, so die Interpretation der Studienautoren, schon in einem früheren Stadium erkennen, dass es sich bei einem verdächtigen Hautfleck um ein bösartiges Geschehen handeln könnte, und entsprechende weiterführende Untersuchungen einleiten. Zu empfehlen seien deshalb eine verbesserte Aufklärung und Schulung, sodass auch die Patienten bei der Selbstuntersuchung besser in der Lage sind, auffällige Hautbereiche zu bemerken.

 

Quelle:

Avilés-Izquierdo, J. A. et al.: Who detects melanoma? Impact of detection patterns on characteristics and prognosis of patients with melanoma. Journal of the American Academy of Dermatology 2016, 75(5):967–974

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35