Melanom – noch dünn, aber trotzdem gefährlich

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Auch bei eigentlich noch dünnen Melanomen kann es zur Ausbreitung in den Körper kommen. Wissenschaftler identifizierten Risikofaktoren.

Maligne Melanome, die höchstens einen Millimeter dick sind und damit als „dünne“ Melanome gelten, gehen meist mit einer besseren Prognose einher als dickere. Jedoch breiten auch sie sich mitunter rasch in den Körper aus, bilden Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen, und können dann in kurzer Zeit zum Tode führen. In einer Studie ermittelten Wissenschaftler Risikofaktoren für einen solch ungünstigen Verlauf bei dünnen Melanomen. Sie berichteten über ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift British Journal of Dermatology.

In der Studie wurden die Daten von 1.613 Patienten ausgewertet, bei denen ein einzelnes dünnes Melanom (< 1mm) diagnostiziert worden war. In 424 Fällen endete die Krankheit tödlich, bei den übrigen 1.189 Patienten nahm sie einen günstigen Verlauf. Bei den Todesfällen befanden sich die Melanome sechsmal häufiger am Hinterkopf als am Rücken. Ebenfalls sechsmal so häufig handelte es sich um ein Melanom mit einer Dicke von 0,8-1mm anstelle von weniger als 0,3mm.

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, sei bei dünnen Melanomen eine Lokalisation am Hinterkopf ein Risikofaktor für einen eher ungünstigen Krankheitsverlauf. Als weiterer Risikofaktor kristallisierte sich eine Tumordicke von 0,8-1mm bei den an sich noch dünnen Tumoren heraus. Bei Patienten, bei denen ein dünnes Melanom mit diesen beiden Merkmalen vorliege, sei deshalb besondere Aufmerksamkeit in der Therapie und Nachsorge geboten. 

 

Quelle:

Claesen M et al. Clinicopathological factors associated with death from thin (≤1.00mm) melanoma. British Journal of Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 28. September 2019; https://doi.org/10.1111/bjd.18560

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 12.11.2019 22:37