Melanom nach dem Melanom: Welche Risikofaktoren?

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Zum Beispiel erhöht eine positive Familienanamnese das Risiko, nach einem ersten malignen Melanom erneut an schwarzem Hautkrebs zu erkranken.

Wer eine Erkrankung an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, überstanden hat, sollte besondere Vorsicht walten lassen: Sein Risiko, erneut an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, ist gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöht. Doch welche Faktoren beeinflussen eigentlich, wie hoch dieses Risiko im Einzelfall ist? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach und veröffentlichten jetzt ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology.

In der Studie wurden die Daten von 1.648 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 54 Jahren ausgewertet, bei denen zwischen 1968 und 2015 ein malignes Melanom der Haut festgestellt worden war. Von allen Patienten waren zahlreiche Informationen festgehalten worden, etwa wie viele Leberflecken (Nävi) sie hatten, ob sie bereits an hellem Hautkrebs erkrankt waren und ob aktinische Lichtschäden an der Haut vorlagen. Außerdem war bei einem großen Teil der Patienten ermittelt worden, ob sie bestimmte Mutationen, also genetische Veränderungen, aufwiesen.

1.349 Patienten hatten nur ein Melanom, 299 waren bereits mehrfach an einem Melanom erkrankt. Das Risiko, nach einem ersten Melanom ein zweites Mal oder sogar noch häufiger am Melanom zu erkranken, war höher, wenn bestimmte Mutationen (CDKN2A) vorlagen, wenn bereits schwarzer Hautkrebs in der Familie aufgetreten war sowie bei Personen, die viele Nävi auf der Haut hatten. Auch Vorerkrankungen an hellem Hautkrebs und Hautschäden, die auf die Sonneneinstrahlung zurückzuführen waren, insbesondere am Rücken, erhöhten das Risiko für Zweitmelanome. Alle diese Risikofaktoren waren zudem mit einem früheren Auftreten zweiter Melanome nach der Erstdiagnose verbunden. 

Auch die Anzahl der Melanome selbst hatte Einfluss: So entwickelten Patienten, bei denen insgesamt drei Melanome auftraten, das zweite Melanom in einem geringeren Lebensalter als Patienten mit nur zwei Melanomen. Hingegen hatten die Zeit, die im Freien verbracht wurde, der Besuch von Solarien, berufliche Beschäftigung im Freien und die Haarfarbe in dieser Studie keinen Einfluss auf das Risiko für zweite Melanome.

Zusammenfassung der Studienautoren

In dieser Untersuchung hatten Faktoren wie die Familiengeschichte an schwarzem Hautkrebs und genetische Varianten, die Anzahl der Nävi und aktinische Schäden auf dem Rücken mehr Gewicht für die Vorhersage, ob erneut ein Melanom auftreten wird oder nicht, als der Hauttyp oder die Haarfarbe. Patienten mit vielen Nävi auf der Haut waren schon bei der Diagnose des ersten Melanoms im Durchschnitt jünger. 

 

Quelle:

Müller C et al. Risk Factors of Subsequent Primary Melanomas in Austria. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. Dezember 2018, doi:10.1001/jamadermatol.2018.4645

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 19.11.2019 17:11