Melanom: Häufiger oder „nur“ häufiger erkannt?

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Vermutlich ist beides richtig, schlussfolgern niederländische Wissenschaftler aus jüngsten Studienergebnissen

In den Niederlanden steigt die Häufigkeit von Erkrankungen an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, an. Handelt es sich dabei um einen realen Anstieg der Krankheitsraten, oder werden die Tumoren einfach nur sicherer diagnostiziert? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Untersuchung nach, deren Ergebnisse sie kürzlich in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer veröffentlichten.

Die Forscher erfassten, wie oft dünne maligne Melanome zwischen 1994 und 2010 in den Niederlanden diagnostiziert worden waren. Dabei berücksichtigten sie unter den dünnen Melanomen vier Gruppen (< 0,25 mm; 0,25-0,49 mm; 0,50-0,74 mm und 0,75-1,0 mm), zudem das Lebensalter der Patienten bei der Diagnose und die Körperregion, in der die dünnen Tumoren gefunden worden waren. Mittels statistischer Analysen wurden die europaweiten standardisierten Erkrankungsraten bestimmt und die Trends mit jenen dickerer Tumoren verglichen.

34.156-mal wurde zwischen 1994 und 2010 in den Niederlanden die Diagnose in situ Melanom oder dünnes Melanom gestellt. Die europaweiten standardisierten Raten an in situ Melanomen – ein Krankheitsstadium, in dem sich der Tumor noch nicht über seinen Entstehungsort hinaus ausgebreitet hat – verdoppelten sich bei Männern und Frauen, wobei vor allem in der letzten Zeit ein größerer Anstieg zu beobachten war. Auch die Raten an dünnen Melanomen verdoppelten sich nahezu bei beiden Geschlechtern. Allerdings war der Zuwachs nur bei drei der vier Tumorgruppen signifikant, nicht bei den Tumoren < 0,25 mm.

Die Häufigkeitsraten von in situ Melanomen, dünnen Melanomen und dicken Melanomen stiegen zwischen 1994 und 2010 in vergleichbarem Maße an, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Vor allem bei Männern sei zuletzt ein besonders starker Anstieg für in situ Melanome und dünne Melanome zu beobachten. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass neben einem realen Anstieg der Tumorhäufigkeit (etwa aufgrund verstärkter UV-Bestrahlung) auch die verbesserten Früherkennungsmaßnahmen und die gewachsene Aufmerksamkeit für die Krankheit für den Anstieg verantwortlich sein könnten.

 

Quelle:

van der Leest, R. J. T. et al.: Increasing time trends of thin melanomas in The Netherlands: What are the explanations of recent accelerations? European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 14. November 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2015.09.008

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.07.2017 15:28