Mehr Infektionen nach Leukämie

Nach einer überstandenen Leukämieerkrankung haben Kinder ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Viel mehr Kinder als früher können heute eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems, eine sogenannte Leukämie, überstehen. Allerdings bergen die teilweise aggressiven Therapien Risiken: Akute Nebenwirkungen treten auf, ebenso wie Langzeitfolgen. So haben Kinder, die wegen einer Leukämie behandelt werden, ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Es nimmt in den Jahren, nachdem die Therapie beendet wurde, zwar ab, bleibt aber auch mehr als fünf Jahre immer noch erhöht. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

In der Studie analysierten kanadische Forscher die Daten von Kindern, die an akuter lymphatischer Leukämie oder akuter myeloischer Leukämie erkrankt waren und mindestens einen Monat nach dem Ende der Therapie keinen Rückfall erlebt hatten. Ihr gesundheitlicher Zustand wurde in den folgenden Jahren weiter erfasst und mit dem von nicht an Leukämie erkrankten Kindern gleichen Alters, Geschlechts und Region verglichen.

Während des ersten Jahres nach Beendigung der Therapie gegen die Leukämie war das Infektionsrisiko gegenüber der Kontrollgruppe für die ehemals Erkrankten am höchsten. Anschließend ging das Risiko nach und nach zurück. Doch auch nach fünf Jahren noch war es im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöht.

Kinder, die eine akute Leukämie überstanden haben, sind offenbar vor allem in den ersten Jahren nach der Therapie besonders anfällig für Krankheitsinfekte, so die Studienautoren. Auch nach vielen Jahren noch ist deshalb beispielsweise in der Erkältungssaison erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

 

Quelle:

Pelland-Marcotte MC et al. Long-term risk of infections after treatment of childhood leukemia: A population-based cohort study using administrative health data. J Clin Oncol. 2019;37(29):2651-60

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24