Mammographiescreening zahlt sich aus

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Dank der Einführung des Mammographiescreenings zur Früherkennung von Brustkrebs sterben weniger Frauen an der Erkrankung.

Seit 2005 gibt es in Deutschland das Mammographiescreening zur Früherkennung von Brustkrebs. Wie Wissenschaftler der Universität Lübeck und des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut jetzt in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer berichteten, hat es dazu geführt, dass die Sterblichkeit an Brustkrebs gesunken ist.

Beim Brustkrebsscreening geht es vor allem darum, Tumoren in einem frühen, noch heilbaren Stadium zu erkennen. Um herauszufinden, ob dies in den vergangenen Jahren seit Einführung des Screenings tatsächlich gelungen ist, wurden in der vorliegenden Analyse die Daten von 323.719 Brustkrebspatientinnen aus den Jahren 2003 bis 2014 ausgewertet. Verglichen wurden die Häufigkeit und Sterberate an Brustkrebs in den Jahren 2003/04, also noch vor dem Mammographiescreening, und 2013/14 bzw. 2015/16, also rund zehn Jahre danach.

Nach der Einführung des Brustkrebsscreenings kam es zu einem erwarteten Anstieg der Brustkrebsfälle, insbesondere von Tumoren im Frühstadium. In den Jahren 2013/14 und 2015/16 zeigte sich dann ein deutlicher Rückgang von Tumoren im späten Stadium. Dies führten die Wissenschaftler darauf zurück, dass durch das Mammographiescreening viele Tumoren, die sonst erst spät erkannt werden würden, wenn sie bereits Symptome verursachen, noch in einem frühen Stadium diagnostiziert und behandelt werden könnten. Dadurch starben in den Jahren 2015/16 etwa ein Viertel weniger Frauen im Alter von 50 bis 59 Jahren und ein Viertel weniger Frauen im Alter von 60 bis 69 Jahren an Brustkrebs als noch im Zeitraum 2003/04.

 

Quelle:

Katalinic A et al. Breast cancer incidence and mortality before and after implementation of the German mammography screening program. International Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 1. November 2019, doi: 10.1002/ijc.32767

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 11.12.2019 18:21