Mammographie-Screening: Weniger fortgeschrittene Brustkrebsstadien

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Die Häufigkeit fortgeschrittener Brustkrebsstadien ging nach der Einführung eines regional begrenzten Mammographie-Screenings in Italien zurück.

Das Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs kann die Häufigkeit von fortgeschrittenen Brustkrebsstadien verringern. Das geht aus einem Studienbericht in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer hervor.

In der italienischen Studie wurden die Daten von 400.000 Frauen ausgewertet, die während der 1990er Jahre zur Teilnahme am Mammographie-Screening eingeladen worden waren. Nicht alle Frauen folgten der Einladung. Über 13 Jahre hinweg war anschließend registriert worden, wie oft unter den Teilnehmerinnen und Nichtteilnehmerinnen des Screenings Brustkrebserkrankungen auftraten.

Erwartungsgemäß stieg infolge der Teilnahme am Screening die Häufigkeit der Brustkrebsdiagnosen zunächst an – insgesamt um zehn Prozent, für invasive Tumoren, die sich über ihren unmittelbaren Entstehungsort hinaus ausgebreitet haben, um fünf Prozent. Bei bestimmten Tumorstadien ging die Häufigkeit infolge des Screenings zurück: Bei Tumoren ab T2 um 39 Prozent, bei Tumoren mit Lymphknotenbefall um 19 Prozent und bei Tumoren im Stadium II oder höher um 28 Prozent. Insgesamt sank die Häufigkeit fortgeschrittener Brusttumoren gegenüber dem Ausgangswert vor Einführung des Screenings – bei den Nicht-Teilnehmerinnen stieg sie hingegen an.

Die Studienautoren werten ihre Ergebnisse als Hinweis darauf, dass sich das Brustkrebsscreening auszahlt: Das Risiko für fortgeschrittene Tumoren könne erheblich gesenkt werden. Ob dadurch auch die Todesfälle an Brustkrebs zurückgehen, wurde in der Studie nicht untersucht.

 

Quelle:

Puliti, D. et al.: Advanced breast cancer rates in the epoch of service screening: The 400,000 women cohort study from Italy. European Journal of Cancer 2017, 75:109-116; http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2016.12.030

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

Zurück

Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05