Malignes Melanom: Wenn Therapien versagt haben

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Auch wenn bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs andere Therapien bereits versagt haben, kann eine Immuntherapie in vielen Fällen noch wirken

Eine Ursache dafür, dass sich gesunde Körperzellen zu bösartigen Zellen umwandeln und zu wuchern beginnen, liegt darin, dass das körpereigene Immunsystem die kranken Zellen nicht mehr ausreichend bekämpft. Diese Immunantwort kann durch neuartige Wirkstoffe wieder angekurbelt werden. So auch bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, und das selbst dann noch, wenn andere Therapien bereits versagt haben. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology hervor.

In die Untersuchung waren Patienten jenseits des 18. Lebensjahres einbezogen worden, die an einem Melanom litten, das nicht operiert werden konnte oder bereits Tochtergeschwülste in anderen Organen gebildet hatte. Alle hatten eine Therapie mit  dem CTLA-4-Antagonisten Ipilimumab oder einem BRAF-Hemmer erhalten. Dennoch schritt die Krankheit weiter voran. Die Patienten erhielten deshalb entweder den Checkpoint-PD1-Blocker Nivolumab und eine Chemotherapie oder ausschließlich eine Chemotherapie – so lange, bis der Krebs wieder voranschritt oder zu starke Nebenwirkungen auftraten.

Eine Zwischenanalyse zeigte: In der Chemotherapiegruppe sprachen knapp elf von 100 Patienten auf die Therapie an, in der Nivolumab-Chemotherapiegruppe war es fast ein Drittel. Nach Ansicht der Studienautoren könne bei manchen Patienten durch den PD1-Blocker Nivolumab die Immunantwort gegen den Krebs offenbar so gut angeregt werden, dass die Krankheit selbst im weit fortgeschrittenen Stadium zum Stillstand komme. Ob sich das auch auf das Überleben auswirkt, lässt sich anhand der bisherigen Daten noch nicht absehen.

 

Quelle:

Weber, J. S. et al.: Nivolumab versus chemotherapy in patients with advanced melanoma who progressed after anti-CTLA-4 treatment (CheckMate 037): a randomised, controlled, open-label, phase 3 trial. The Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 17. März 2015, doi.org/10.1016/S1470-2045(15)70076-8

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Mehr zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14