Malignes Melanom: Untersuchung der Wächterlymphknoten

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Wenn bekannt ist, ob die Sentinellymphknoten befallen sind oder nicht, kann das Risiko für zum Beispiel einen Rückfall besser vorhergesagt werden. Dies erlaubt gegebenenfalls eine Anpassung der Therapie. 

Die sogenannten Sentinel- oder Wächterlymphknoten bei malignem Melanom zu untersuchen, erleichtert die Vorhersage der Prognose. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

Die Sentinel- oder Wächterlymphknoten sind die Lymphknoten, die im Lymphabflusssystem dem Tumor am nahesten liegen, bei einer Ausbreitung von Krebszellen über die Lymphe also zuerst befallen werden. Ob sie Krebszellen enthalten oder nicht, beeinflusst deshalb das Risiko für beispielsweise einen Rückfall nach der Operation und die Prognose. Bislang war unklar, welchen zusätzlichen Beitrag die Untersuchung der Sentinellymphknoten bei der Diagnose von malignem Melanom, das auch als "schwarzer Hautkrebs" bezeichnet wird, bringen kann.

In der aktuellen Studie wurden die Daten von 9.272 Melanompatienten aus Holland und 5.644 Melanompatienten aus Australien ausgewertet. Alle waren erwachsen und hatten zwischen 2004 und 2014 die Diagnose malignes Melanom erhalten. Sie hatten sich einer Sentinellymphknotenbiopsie, bei der Gewebe aus den Lymphknoten entnommen und unter dem Mikroskop untersucht wird, unterzogen.

Tatsächlich zeigte sich eine bessere Vorhersage des zu erwartenden Gesamtüberlebens, wenn bei der Berücksichtigung potenzieller Einflussfaktoren auf die Prognose wie Tumordicke, Tumorteilungsfähigkeit (Mitoserate), Lebensalter, Geschlecht, Tumorort, geschwürige Veränderungen am Melanom und Tumorsubtyp auch das Ergebnis der Sentinellymphknotenbiopsie berücksichtigt wurde. Zudem verbesserten sich die Vorhersagen für das rückfallfreie Überleben und das Melanom-bezogene Überleben. 

Wenn bekannt ist, ob die Sentinellymphkoten befallen sind oder nicht, kann eine genauere Risikoeinstufung vorgenommen werden. Bei höherem Risiko für einen Rückfall beispielsweise ist es dann möglich, die Therapie entsprechend aggressiver zu gestalten, sodass eine weitere Ausbreitung der Krebszellen verhindert wird. Dies verbessert womöglich auch die Überlebensaussichten der Patienten. 

 

Quelle:

El Sharouni MA et al. Sentinel node biopsy in patients with melanoma improves the accuracy of staging when added to clinicopathological features of the primary tumor. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 28. November 2020, https://doi.org/10.1016/j.annonc.2020.11.015

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 14.04.2021 22:25