Malignes Melanom: Häufigkeit steigt noch immer an

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Hierzulande steigen die Häufigkeits- und Sterberaten an schwarzem Hautkrebs noch immer an. Und auch für die nähere Zukunft ist kein veränderter Trend in Sicht.

Auch in den nächsten Jahren wird die Häufigkeit von Erkrankungen an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, in Deutschland zunehmen. Das berichteten Wissenschaftler, die Registerdaten auswerteten, in der Fachzeitschrift Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology.

Von 1999 bis 2012 stiegen demnach die altersstandardisierten Erkrankungsraten um mehr als die Hälfte auf 19,2 neue Fälle pro 100.000 Einwohner. Die altersstandardisierten Sterberaten blieben stabil, bei Betrachtung der Daten aus dem Saarländischen Krebsregister allein zeigte sich jedoch ein Anstieg der altersstandardisierten Sterberaten um das Dreifache bei Männern und um das Doppelte bei Frauen. Wurden die rohen Erkrankungs- und Sterberaten betrachtet, ergaben sich bei beiden deutliche Zunahmen. Die rohe Erkrankungs- oder Sterberate ergibt sich, wenn die Anzahl aller Neuerkrankungen bzw. Sterbefälle pro Jahr auf die Gesamtbevölkerung unabhängig vom Lebensalter oder anderen Faktoren bezogen wird.

Die Zunahmen der Häufigkeits- und Sterberaten führen die Forscher vor allem auf erhöhte Erkrankungsraten bei Personen ab 60 Jahren zurück. Da die Bevölkerung in Deutschland grundsätzlich älter wird und die Personen mittleren Lebensalters noch hohe Mengen an UV-Licht in der Kindheit und Jugend aufgenommen haben, sei auch künftig, bis zum Jahr 2030, mit weiteren Steigerungen insbesondere bei den über 60-Jährigen zu rechnen. Aber auch für die Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen erwarten die Wissenschaftler eine weitere Zunahme der Häufigkeit, während sich die Erkrankungsrate bei unter 40-Jährigen vermutlich stabilisieren werde. 

 

Quelle:

Garbe C et al. Time trends in incidence and mortality of cutaneous melanoma in Germany. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. November 2018, https://doi.org/10.1111/jdv.15322

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Malignes Melanom:

Zurück

Aktualisiert am: 16.06.2019 17:52