Malignes Melanom: Häufiger oder nur häufiger diagnostiziert?

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Beides, so scheint die Antwort zu sein

Wissenschaftler warnen seit Jahren: Die Häufigkeit von schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, nimmt stetig zu. Unklar ist dabei die Frage, welchen Anteil die bei Ärzten und Bevölkerung erhöhte Aufmerksamkeit für Hautkrebs an dieser Zunahme trägt. Wissenschaftler aus Dänemark gingen dieser Frage in einer Studie nach. Über ihre Ergebnisse berichteten sie kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology.

Die Forscher werteten die Daten von rund 27.000 Patienten mit malignem Melanom der Haut aus, die im dänischen Krebsregister von 1989 bis 2011 erfasst worden waren. In diesem Zeitraum hatte sich die Häufigkeit des malignen Melanoms mehr als verdoppelt. Deutlich öfter wurden oberflächlich spreitende Tumoren entdeckt. Dabei handelt es sich um den ohnehin am häufigsten vorkommenden Melanomtyp – ein oft scharf begrenzter brauner bis schwarzer Fleck, der meist relativ langsam in horizontaler Richtung wächst und bei früher Erkennung gute Heilungsaussichten hat. Aber auch noduläre (knotige) Melanome kamen bei Patienten über 50 Jahre zunehmend häufiger vor. Diese Tumoren wachsen bevorzugt in die Tiefe und bilden schnell Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen. 

Am größten war der Zuwachs bei Tumoren im Frühstadium (Stadium I) und Tumoren am Körperstamm. Die Überlebensaussichten verbesserten sich im Laufe der Jahre: Das Fünf-Jahresüberleben stieg vom Zeitraum 1989-1993 bis zum Zeitraum 2009-2011 um zwölf Prozentpunkte bei Männern und sechs Prozentpunkte bei Frauen an.

Aufklärungskampagnen über den Zusammenhang von Sonnenstrahlung und Hautkrebs hätten nach Ansicht der Studienautoren somit gefruchtet: Der Anstieg der Häufigkeit oberflächlicher Melanome bzw. von Melanomen im Frühstadium gehe vermutlich auf eine größere Aufmerksamkeit der Bevölkerung für dieses Problem zurück - bessere Vorsorge hinsichtlich Sonnenschutz, aber auch eine erhöhte Bereitschaft, die Haut selbst oder von einem Spezialisten untersuchen zu lassen. Allerdings lasse die Zunahme knotiger (nodulärer) Melanome in der älteren Bevölkerung darauf schließen, dass nicht allein eine verstärkte Diagnostik für den Anstieg des Melanoms verantwortlich sei, sondern der Tumor inzwischen tatsächlich auch häufiger vorkomme.

 

Quelle:

Bay, C. et al.: Incidence and survival in patients with cutaneous melanoma by morphology, anatomical site and TNM stage: A Danish Population-based Register Study 1989–2011. Cancer Epidemiology, Onlinevorabveröffentlichung am 29. November 2014, DOI: doi.org/10.1016/j.canep.2014.10.010

 

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 29.05.2017 16:54