Malignes Melanom: Auch die Art des Wachstums beeinflusst die Prognose

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Knotige Tumoren gehen mit einer ungünstigeren Prognose einher als oberflächlich ausgebreitete.

Maligne Melanome können sehr unterschiedlich aussehen und bringen unterschiedliche biologische Eigenschaften mit. So ist beispielweise die Prognose bei oberflächlich ausgebreiteten („superfiziell spreitenden“) Melanomen deutlich günstiger als bei knotigen („nodulären“) Melanomen. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

In der bevölkerungsbasierten Analyse wurden die Überlebensdaten von Patienten mit oberflächlich spreitendem oder nodulärem Melanom miteinander verglichen, die ihre Diagnose zwischen 2004 und 2009 bzw. 2010 und 2015 erhalten hatten. Dabei zeigte sich bei den Patienten mit nodulärem Melanom ein signifikant schlechteres Fünf-Jahresüberleben. Dies galt unabhängig vom Zeitpunkt der Diagnose, also in beiden Diagnosegruppen. Schlechtere Überlebenschancen hatten vor allem Patienten mit einem Tumor im noch frühen Stadium, bei dem keine Lymphknoten oder anderen Organe mit Metastasen befallen waren, also T1 bis T2.

Die Ursachen für die beobachteten Unterschiede wurden in dieser Studie nicht ergründet. Doch offenbar zeichnen sich noduläre Melanome im Vergleich zu oberflächlich spreitenden durch eine aggressivere Wachstums- und Ausbreitungsrate aus, die selbst dann zum Tragen kommt, wenn die Tumoren noch in einem frühen Stadium entdeckt werden. Dies müsse, so die Studienautoren, bei der Auswahl der Therapie berücksichtigt werden. Unter Umständen ist es nötig, Patienten mit nodulärem Melanom selbst in früheren Tumorstadien schon mit aggressiveren, systemisch im ganzen Körper wirkenden Therapien zu behandeln.

 

Quelle:

Allais BS et al. Five-year survival in patients with nodular and superficial spreading melanomas in the US population. Journal of the American Academy of Dermatology 2021, 84(4):1015-22

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 15.04.2021 16:21