Maligne Melanome an Armen oder Beinen

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Akrale Melanome sprechen offenbar seltener auf eine Immuntherapie mit einem PD-1-Blocker an.

Schwarzer Hautkrebs, der die Arme oder Beine betrifft (akrales Melanom), spricht nicht unbedingt gut auf eine Immuntherapie mit einem PD-1-Blocker an. Das berichteten jetzt Wissenschaftler aus Japan in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

In der Studie untersuchten die Forscher rückblickend die Daten von 193 Patienten, bei denen ein inoperables malignes Melanom im Stadium III oder IV diagnostiziert worden war. 70 der Tumoren betrafen die Finger- oder Zehennägel, 123 die Handinnenflächen oder die Fußsohlen. Drei Viertel der Patienten erhielten als Erstbehandlung eine Immuntherapie mit einem PD-1-Blocker.

Nur knapp jeder sechste Patient sprach auf die Therapie mit dem PD-1-Blocker an, davon die meisten nur teilweise. Ein komplettes Tumoransprechen erlebten nur drei Prozent der Patienten. Dabei sprachen insbesondere die Tumoren, die Finger- oder Zehennägel betrafen, schlechter an, was sich letztlich auch auf die Überlebenszeiten der Patienten auswirkte. So hatten die Patienten mit einem Melanom an den Handinnenflächen oder Fußsohlen signifikant bessere Überlebenszeiten als die Patienten mit einem Melanom der Nägel.

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, sei die Wirksamkeit der Immuntherapie mit einem PD-1-Checkpointblocker bei akralen Melanomen begrenzt. Vor allem für Melanome der Nägel müssten weitere Forschungen nach effizienteren Therapien bzw. Kombinationstherapien angestrengt werden. 

 

Quelle:

Nakamura Y et al. Anti-PD1 checkpoint inhibitor therapy in acral melanoma: a multicenter study of 193 Japanese patients. Annals of Oncology 2020, 31(9):1198-206

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 01.12.2020 16:52