Magenkrebs: Wenn essen nicht mehr möglich ist

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Eine parenterale Ernährung ist bei fortgeschrittenem Magenkrebs auch zu Hause möglich. Eine Studie zeigt, dass es geht und den Patienten guttut.

Bei Patienten mit nicht-operablem bzw. metastasiertem Magenkrebs, der wiederkehrt oder immer weiter voranschreitet, bleibt die Chemotherapie eine der wichtigsten Therapieoptionen. Oft benötigen die Patienten eine parentale Ernährung, weil sie normales Essen nicht mehr zu sich nehmen können. Dies kann auch gut zu Hause gelingen, wie die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Support Care in Cancer zeigen.

Bei der parenteralen Ernährung wird der Verdauungstrakt umgangen, indem die Nährstoffe und Mineralien direkt über das Blut zugeführt werden. Wenn dies für längere Zeit nötig ist, wird ein spezieller Zugang gelegt. Mitunter kann auch der Zugang, der bereits für die Chemotherapie angelegt wurde, zur parenteralen Ernährung mitgenutzt werden. 

In der Studie wurden 25 Patienten begleitet, die an fortgeschrittenem Magenkrebs erkrankt waren. Sie konnten sich nicht mehr normal ernähren und hatten daher ein hohes Risiko für Mangelzustände. Ihnen wurde die Möglichkeit einer parenteralen Ernährung im häuslichen Umfeld angeboten. Als Kontrollgruppe dienten 25 Patienten, die dieses Angebot nicht erhielten, aber auch ein deutlich geringeres Risiko für Mangelzustände hatten.

Schon nach einem halben Monat hatte sich der Ernährungszustand der zu Hause parenteral ernährten Patienten erheblich verbessert. Bestimmte Parameter, die über den Ernährungszustand Auskunft geben und gefährliche Mängel anzeigen, waren signifikant besser geworden. Andere Parameter zogen nach einem weiteren halben Monat nach. Die Patienten der parenteralen Ernährungsgruppe konnten ihr Körpergewicht wieder erhöhen und dem der Kontrollgruppe, die eine bessere Ausgangslage gehabt hatte, angleichen. Auch die Lebensqualität wurde von beiden Gruppen als gleich eingestuft.

Patienten, die sich bei voranschreitendem nicht-operablen bzw. metastasierten Magenkrebs wiederholt einer Chemotherapie unterziehen müssen, könne nach Einschätzung der Studienautoren gut eine parenterale Ernährung im häuslichen Umfeld angeboten werden. Dies bedeute für die Patienten eine deutliche Verbesserung ihres körperlichen Zustands, aber auch ihrer Lebensqualität. Ein solches Angebot schon frühzeitig im Krankheitsverlauf zu unterbreiten solle ein wichtiger Bestandteil der palliativen Therapie bei fortgeschrittenem Magenkrebs werden.

 

Quelle:

Ma C-J et al. Supplemental home parenteral nutrition improved nutrition status with comparable quality of life in malnourished unresectable/metastatic gastric cancer receiving salvage chemotherapy. Support Care in Cancer. 2021;29(4):1977-88

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 07.12.2021 18:17