Magenkrebs: Immer seltener

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Die Häufigkeit von Magenkrebs ist nicht nur hierzulande in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Ursache hierfür sind vermutlich in erster Linie veränderte Lebensbedingungen.

Derzeit erkrankten in Deutschland pro Jahr etwa 15.000 Menschen an Magenkrebs – das sind nur noch rund halb so viele wie 40 Jahre zuvor. Und auch die Zahl der Sterbefälle an der Erkrankung ist in diesem Zeitraum massiv zurückgegangen – um etwa zwei Drittel auf etwa 9.600 Fälle pro Jahr. Diese Entwicklung führen Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) in erster Linie auf veränderte Lebensverhältnisse zurück.

Obwohl das Risiko für Magenkrebs mit dem Lebensalter steigt und die Zahl älterer Menschen in der deutschen Bevölkerung stetig zunimmt, sind die Erkrankungs- und Sterbehäufigkeiten gesunken. Seit mehr als zehn Jahren gehen die Sterberaten um mehr als drei Prozent pro Jahr zurück. Am stärksten ist der Trend bei bösartigen Tumoren der unteren Magenabschnitte. 

Für die Forscher des RKI sind im Wesentlichen zwei Faktoren ursächlich für die Entwicklung verantwortlich: Eine geringere Verbreitung von Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori (H. pylori) und das Verdrängen traditioneller Konservierungsmethoden für Fleisch und Wurst wie Pökeln oder Räuchern. Infektionen mit H. pylori sind weltweit noch immer für schätzungsweise acht von zehn Magenkrebserkrankungen verantwortlich. Verbesserte Lebens- und Hygieneverhältnisse haben jedoch insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern für gesunkene Infektionszahlen gesorgt. Zudem wird Personen mit einem erhöhten Krebsrisiko durch etwa eine familiäre Vorbelastung bei einem Nachweis der Infektion mittlerweile konsequent zu einer Antibiotikatherapie geraten, um die Infektion zu beseitigen. Die Möglichkeit, Lebensmittel wie Fleisch und Wurst durch Kühlung haltbar zu machen, haben die traditionellen Konservierungsmethoden des Pökelns und Räucherns verdrängt, bei denen krebserregende Nitrosamine entstehen und das Magenkrebsrisiko erhöhen. 

Auch in Zukunft rechnen die Wissenschaftler des RKI mit einem weiteren Rückgang der Häufigkeit von Magenkrebs. An der Entwicklung eines zuverlässigen Impfstoffes gegen H. pylori wird noch gearbeitet.

 

Quelle:

Bericht des Robert Koch-Instituts vom 1. August 2017

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.09.2017 22:05