Magenkrebs: Helicobacter pylori und Alkohol als Risikofaktoren

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Wenn keine Infektion mit Helicobacter pylori besteht, wird Alkohol zum Risikofaktor für Magenkrebs.

Helicobacter pylori ist ein bedeutender Risikofaktor für Magenkrebs. Doch der Erreger ist es nicht allein: Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift British Journal of Cancer berichteten, erhöht auch regelmäßiger und exzessiver Alkoholkonsum das Risiko für die Krankheit.

Die Forscher analysierten die Daten einer großen Zahl von Personen einer koreanischen Krebsdatenbank, von denen einige an Magenkrebs erkrankt waren. Alkohol erwies sich unabhängig von einer Infektion mit Helicobacter pylori als Risikofaktor. So hatten Personen, die nicht mit Helicobacter pylori infiziert waren und regelmäßig (siebenmal pro Woche) Alkohol tranken, und nicht infizierte Personen, die sich gelegentlich exzessivem Alkoholgenuss hingaben (55 g Alkohol pro Gelegenheit), im Vergleich zu nicht infizierten Abstinenzlern ein jeweils rund dreieinhalbfach höheres Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Bei Personen mit Helicobacter pylori-Infektion bestand dagegen kein Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und dem Krebsrisiko. 

Bei fehlender Infektion mit Helicobacter pylori kommen laut Schlussfolgerung der Studienautoren die schädlichen Einflüsse regelmäßigen und exzessiven Alkoholkonsums offenbar stärker zum Tragen, sodass das Magenkrebsrisiko steigt.

 

Quelle:

Ma, S.-H. et al.: Impact of alcohol drinking on gastric cancer development according to Helicobacter pylori infection status. British Journal of Cancer 2015, 113:1381-1388

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.09.2017 16:40