Magenkrebs: Damit das Bauchfell nicht befallen wird

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Um einer Ausbreitung von Magenkrebs in das Bauchfell vorzubeugen, kann eine ausgedehnte Operation mit einer sogenannten hyperthermischen intraperitonealen Chemotherapie (HIPEC) verbunden werden. Auch zur Behandlung von Bauchfellmetastasen wird die Methode eingesetzt.

Wenn sich Magenkrebs in den Körper ausbreitet, siedelt er bevorzugt Metastasen in das Bauchfell (Peritoneum) ab. Um einer solchen „Peritonealkarzinose“, wie sie von Medizinern genannt wird, vorzubeugen, aber auch um sie zu behandeln, kommt, wenn die Diagnose Magenkrebs feststeht, eine sogenannte hyperthermische intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC) in Frage. In einer Überblicksstudie über Studien aus den letzten 30 Jahren untersuchten Wissenschaftler die Wirksamkeit dieser Methode. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer.

Bei der HIPEC, die nur in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden kann, werden Operation und Chemotherapie miteinander kombiniert: Durch die sogenannte zytoreduktive Operation wird das Bauchfell entfernt. Gleichzeitig wird die Bauchhöhle mit einer erwärmten Chemotherapielösung - daher der Name „hypertherme intraperitoneale Chemotherapie“ - gespült. 

In der Überblicksstudie wurden die Daten aus insgesamt 32 Studien mit 2.520 Patienten berücksichtigt, die zwischen 1985 und 2016 an Magenkrebs erkrankt waren. Die Forscher trennten die Daten nach Patienten, die im Krankheitsverlauf eine Peritonealkarzinose entwickelt hatten, und Patienten, bei denen dies nicht geschehen war. 

Wie sich zeigte, profitierten vor allem diejenigen Patienten von der HIPEC, bei denen der Magentumor zum Zeitpunkt der Diagnose noch begrenzt war, sich also noch nicht in das Bauchfell ausgebreitet hatte: Patienten ohne Bauchfellkarzinose, die mit HIPEC behandelt worden waren, erlitten signifikant seltener als Patienten, die diese Therapie nicht erhalten hatten, einen Rückfall. Auch waren die Überlebensraten nach drei und fünf Jahren bei mit HIPEC behandelten Patienten besser, wobei es hinsichtlich der Signifikanz nach Angaben der Studienautoren in den einzelnen berücksichtigten Studien widersprüchliche Ergebnisse gab.

Schlussfolgerungen

Nach Ansicht der Studienautoren könnten Patienten mit noch nicht ausgedehntem Magenkrebs bei der Erstdiagnose offensichtlich davon profitieren, wenn sie zur Vorbeugung von Metastasen im Bauchfell mit HIPEC behandelt würden. Bei Patienten, die bereits viele Metastasen im Bauchfell aufweisen, sei für die Prognose hingegen vor allem entscheidend, dass bei der zytoreduktiven Operation möglichst alle Metastasen entfernt werden können.

 

Quelle:

Desiderio, J. et al.: The 30-year experiencedA meta-analysis of randomised and high-quality non-randomised studies of hyperthermic intraperitoneal chemotherapy in the treatment of gastric Cancer. Eur J Cancer 2017, 79:1-14

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.09.2017 22:05