Lymphknotenbefall bei malignem Melanom der Handflächen und Fußsohlen

Nachricht vom 29.12.2021

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Die Wahrscheinlichkeit, dass bereits umliegende Lymphknoten befallen sind, ist hoch.

Akrolentiginöse Melanome, also schwarzer Hautkrebs, der die Handinnenseite und Fußsohle befällt, haben sich, wenn sie diagnostiziert werden, oft schon in die umliegenden Lymphknoten ausgebreitet. Wissenschaftler empfehlen deshalb in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology, dass bei der Erstdiagnose auch die Wächterlymphknoten (Sentinellymphknoten) mithilfe einer Gewebeprobe (Biopsie) untersucht werden.

Es sind seltene Melanome, die sogenannten akrolentiginösen Melanome, weshalb ihr biologisch festgelegtes Verhalten und optimale Therapien dagegen nur schwer untersucht werden können. In der rückblickenden Analyse werteten die Forscher die Daten von 60.148 Patienten mit malignem Melanom im Stadium I oder II aus, die in den USA in der nationalen Krebsdatenbank in den Jahren 2012 bis 2015 festgehalten worden waren. 

959 Patienten wiesen ein akrolentiginöses Melanom auf, sie waren im Durchschnitt 64 Jahre alt. Wenn ein akrolentiginöses Melanom vorlag, war das Risiko, dass auch die Sentinellymphknoten befallen waren, am höchsten. Es war zum Beispiel fast doppelt so hoch wie bei oberflächlich spreitenden Melanomen, einer anderen Art von schwarzem Hautkrebs. Dies betraf alle Tumoren im Stadium IB und II. So lagen bei ca. vier von zehn akrolentiginösen Melanomen im Stadium II bereits Metastasen im Sentinellymphknoten vor sowie bei knapp einem Fünftel der akrolentiginösen Melanome im Stadium IB. 

Nach Ansicht der Studienautoren solle Patienten mit akrolentiginösem Melanom im Stadium IB oder II immer auch eine Biopsie des Sentinellymphknotens empfohlen werden.

 

Quelle:

Cheraghlou S et al. Sentinel Lymph Node Biopsy Positivity in Patients With Acral Lentiginous and Other Subtypes of Cutaneous Melanoma. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Dezember 2021; doi:10.1001/jamadermatol.2021.4812

 

(KvK)

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