Lymphknotenbefall bei Brustkrebs

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In einer Studie gleiche Überlebensaussichten unabhängig davon, ob regionale oder weiter entfernt liegende Lymphknoten beteiligt waren.

Macht es bei Brustkrebs für die Prognose einen Unterschied, ob regionale oder weiter entfernt liegende Lymphknoten im Körper betroffen sind? Dieser Frage gingen Wissenschaftler aus China in einer Kohortenstudie nach und kamen dabei zu erstaunlichen Ergebnissen, die sie in der Fachzeitschrift JAMA Network Open publizierten.

In die Analyse wurden die Daten von 2.033 Brustkrebspatientinnen zwischen 18 und 100 Jahren einbezogen, die in den Jahren 2010 bis 2014 in einer Datenbank festgehalten worden waren. Sie wurden einer von drei Gruppen zugeordnet: Patientinnen mit Lymphknotenbefall oberhalb des Schlüsselbeins auf der erkrankten Seite, Patientinnen mit weiter entfernt liegenden Lymphknotenmetastasen und Patientinnen mit Metastasen in anderen Organen. Als Therapieoptionen kamen für die Frauen eine Brustkrebsoperation mit Entfernung der regional befallenen Lymphknoten, bei entfernten befallenen Lymphknoten eine Lymphknotenoperation sowie eine Strahlentherapie in Frage.

Nach drei Jahren betrugen die Raten des brustkrebsspezifischen Überlebens in der Gruppe mit Lymphknotenbefall oberhalb des Schlüsselbeins auf der erkrankten Seite und der Gruppe mit weiter entfernt liegenden Lymphknotenmetastasen 63 und 64,5 Prozent, in der Gruppe mit Organmetastasen 41 Prozent. Auch hinsichtlich des Gesamtüberlebens unterschieden sich die beiden Gruppen mit regionaler bzw. entfernter Lymphknotenbeteiligung statistisch nicht voneinander, jedoch war bei beiden die Prognose besser als bei den Patientinnen mit Organmetastasen, also einem Tumor im Stadium IV.

Als ausschlaggebend für eine gute Prognose erwiesen sich bei den Patientinnen mit weiter entfernt liegenden Lymphknotenmetastasen die Operation und eine Strahlentherapie. Dies unterstreiche nach Ansicht der Studienautoren, wie wichtig konsequente lokale Behandlungsstrategien bei Brustkrebspatientinnen mit Lymphknotenbeteiligung seien. Auch bei entfernt liegenden Lymphknotenmetastasen könne es sich offenbar noch immer um eine potenziell heilbare Erkrankung handeln.

 

Quelle:

Pan H et al. Comparison of Survival Outcomes Among Patients With Breast Cancer With Distant vs Ipsilateral Supraclavicular Lymph Node Metastases. JAMA Network Open 2021;4(3):e211809. doi:10.1001/jamanetworkopen.2021.1809

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 15.04.2021 16:21