Lungenmetastasen bei Nierenkrebs

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Bei kleinen Tumoren eher selten.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Diagnosestellung Nierenkrebs schon Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in der Lunge vorliegen? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach. Ihrem Bericht in der Fachzeitschrift Urology zufolge wird das Risiko erst dann nennenswert größer, wenn auch der Nierentumor größer wird.

Die Forscher werteten Daten von 253.838 Nierenkrebspatienten aus, die in einer Datenbank zwischen 2010 und 2016 erfasst worden waren. Knapp sechs Prozent der Patienten wiesen bereits zum Zeitpunkt der Nierenkrebsdiagnose Metastasen in der Lunge auf. Patienten, deren Nierentumor kleiner als 4 cm war, hatten nur selten Lungenmetastasen – betroffen waren weniger als ein Prozent von ihnen. Und umgekehrt hatten nur rund acht Prozent der Patienten, die Lungenmetastasen aufwiesen, einen Nierentumor, der kleiner als 4 cm war. Ab einer Größe von 4 cm jedoch begann das Risiko proportional zur Größe des Tumors zu wachsen. Von den Patienten mit einer Tumorgröße von 10 cm wies bereits knapp ein Viertel bei der Erstdiagnose Lungenmetastasen auf.

Nur wenige Patienten mit einem kleinen Nierentumor haben bei der Erstdiagnose bereits Lungenmetastasen, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Dieser Befund könne womöglich Auswirkungen auf die notwendige Intensität der Diagnostik in diesem Tumorstadium haben. 

 

Quelle:

Jamil M et al. Renal Tumor Size and Presence Of Synchronous Lung Metastasis At Time Of Diagnosis: Implications For Chest Imaging. Urology, Onlinevorabveröffentlichung am 17. Juli 2021, DOI:https://doi.org/10.1016/j.urology.2021.04.070

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 17.09.2021 15:30