Lungenkrebs: Wann wirkt die Therapie besonders gut?

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Wenn eine zielgerichtete Therapie mit dem Kinasehemmer Afatinib notwendig wird, können bestimmte Biomarker anzeigen, wie hoch die Erfolgsaussichten der Behandlung sind.

Der Trend der Behandlung bei Krebserkrankungen geht dahin, die Therapie individuell auf jeden Patienten und seine Erkrankung zuzuschneiden. Voraussetzung dafür sind die immer feiner werdenden Analysen der molekularen Eigenschaften von Tumoren. Dazu passt eine Nachricht von der Lungenkrebsfront: Forscher identifizierten bestimmte Veränderungen in den Krebszellen von Plattenepithelkarzinomen der Lunge, die dafür sprechen, dass eine zielgerichtete Therapie mit dem sogenannten Kinasehemmer Afatinib bei fortgeschrittener Erkrankung wirken kann. Der Bericht zur Studie erschien in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Afatinib wird als sogenannter Blocker der ERBB-Familie bezeichnet, einer Gruppe von vier Rezeptor-Tyrosinkinasen, die mit dem epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) zusammenhängen. Her1 (EGFR, ErbB1), Her2 (Neu, ErbB2), Her3 (ErbB3) und Her4 (ErbB4) gehören dazu. Afatinib bindet an EGFR, HER2 und HER4.

In der jetzt veröffentlichten Studie war untersucht worden, inwieweit sich ERBB-Mutationen, vor allem HER2-Mutationen, als Biomarker eignen, um diejenigen Patienten mit Plattenepithelkarzinom der Lunge herauszufiltern, die von einer Therapie mit Afatinib profitieren könnten. An der Studie hatten Patienten mit einem Tumor im Stadium IIIB oder IV aus 183 Zentren in 23 Ländern teilgenommen. Bei allen war die Krankheit nach vier oder mehr Zyklen platinbasierter Chemotherapie weiter vorangeschritten. Sie erhielten entweder Afatinib oder Erlotinib, ebenfalls ein Hemmstoff von EGFR.

Die Therapie mit Afatinib konnte die Krankheit länger aufhalten als die Therapie mit Erlotinib, auch das Gesamtüberleben verbesserte sich. Besonders profitierten Patienten, bei denen ERBB-Mutationen vorlagen, wobei sich vor allem HER2-Mutationen hervortaten. Dieser Zusammenhang müsse nun weiter untersucht werden, so die Studienautoren.

 

Quelle:

Glennwood D G et al. Association of ERBB Mutations With Clinical Outcomes of Afatinib- or Erlotinib-Treated Patients With Lung Squamous Cell Carcinoma. Secondary Analysis of the LUX-Lung 8 Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 14. Juni 2018, doi:10.1001/jamaoncol.2018.0775

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.09.2018 14:21