Lungenkrebs: Neue Hoffnungen dank Immuntherapie

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Die körpereigene Krebsabwehr ankurbeln – ein lang gehegter Wunsch. Für die Therapie von fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs wurde in den USA jetzt ein entsprechender Wirkstoff zugelassen.

Hat sich nicht-kleinzelliger Lungenkrebs in andere Organe ausgebreitet und dort Metastasen gebildet, stehen die Chancen auf Überleben schlecht. Auf Chemotherapie reagieren viele Tumoren nur ungenügend, sodass die Krankheit oft zügig voranschreitet. Hoffnung, an dieser Situation etwas ändern zu können, gibt es jetzt dank eines neuen, aber eigentlich schon lange bekannten Prinzips: Die Ankurbelung der körpereigenen Immunantwort gegen die Krebszellen. In den USA wurde Anfang März ein neuer Wirkstoff zugelassen, der auf diesem Prinzip beruht. In der Zulassungsstudie verbesserten sich mit diesem Wirkstoff, dem sogenannten Checkpoint-PD-1-Blocker Nivolumab, die Überlebensaussichten der Patienten deutlich. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA veröffentlichte bei Bekanntgabe der Zulassung erste Ergebnisse der Studie.

Hintergrund der Bemühungen um neue Immuntherapien ist der Umstand, dass die körpereigene Tumorabwehr bei Lungenkrebs aus verschiedenen Gründen nach und nach versagt, der Tumor gewinnt schließlich die Oberhand. Werden die inaktivierten Immunzellen jedoch durch entsprechende Medikamente reaktiviert, geht es dem Tumor an den Kragen. Möglich ist dies mit sogenannten Checkpoint-Blockern wie Nivolumab. Sie reagieren an bestimmten Schlüsselstellen, sodass hemmende Signale an den T-Zellen des Immunsystems ausbleiben und diese ihre Aktivitäten fortführen können.

Wie sich in der Zulassungsstudie zeigte, konnte bei Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, deren Krankheit trotz Chemotherapie voranschritt, durch eine Behandlung mit Nivolumab das Sterberisiko um 41 Prozent gesenkt werden. Die Patienten gewannen durchschnittlich mehrere Monate Lebenszeit. Häufigste Nebenwirkungen der Behandlung mit Nivolumab waren anhaltende Erschöpfung (Fatigue), Kurzatmigkeit, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Verstopfung und Husten. Zudem kam es bei einigen Patienten zu Einschränkungen der Lungen-, Leber-, Nieren- und Darmfunktionen sowie hormonellen Störungen.

Nach Ansicht der FDA sind die Ergebnisse der Studie mit Nivolumab so vielversprechend, dass sie den Wirkstoff nun für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem (metastasiertem) nicht-kleinzelligem Plattenepithelkarzinom der Lunge zuließ, bei denen das Tumorleiden während oder nach einer Platin-basierten Chemotherapie voranschreitet.

 

Quellen:

FDA-Presseerklärung vom 4. März 2015: FDA expands approved use of Opdivo to treat lung cancer

Symposium „Lungenkarzinom – Zwischen molekularen Strukturen und Tumorimmunologie“; 56. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.; Berlin, 19. März 2015

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.09.2017 15:27