Lungenkrebs mit Vorgeschichte

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Handelt es sich bei Lungenkrebs nicht um die erste Krebserkrankung, ist die Prognose offenbar nicht automatisch schlechter

Nicht immer ist die Diagnose Lungenkrebs für die Betroffenen die erste Erfahrung, die sie mit einer solchen Erkrankung am eigenen Leib machen – manche, vor allem ältere Patienten litten bereits zuvor schon an Krebs eines anderen Organs. Sie haben deswegen jedoch keine ungünstigere Prognose zu befürchten, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute berichteten.

Die Forscher werteten die Daten von knapp 103.000 Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (Stadium IV) aus, die älter als 65 Jahre waren. Nahezu jeder siebte Patient hatte bereits eine Vorgeschichte an Krebs. Meist lag die Diagnose dieser vorangegangenen Krebserkrankung fünf oder weniger Jahre zurück, in drei Viertel aller Fälle hatte es sich um ein noch begrenztes Tumorstadium gehandelt. 

Für die Lungenkrebserkrankung spielte all das jedoch keine Rolle: Auch wenn eine Krebsvorgeschichte vorlag, resultierte kein ungünstigerer Verlauf. Dies, so die Studienautoren, könne zum Anlass genommen werden, Lungenkrebspatienten mit einer Krebserkrankung in der Vorgeschichte nicht mehr automatisch von klinischen Studien auszuschließen.

 

Quelle:

Laccetti, A. L. et al.: Effect of Prior Cancer on Outcomes in Advanced Lung Cancer: Implications for Clinical Trial Eligibility and Accrual. Journal of the National Cancer Institute 2015, 107(4):djv002, doi: 10.1093/jnci/djv002

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.06.2017 16:21