Lokal fortgeschrittenen Speiseröhrenkrebs operieren

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Eine Operation nach Chemo-Strahlentherapie kann die Überlebensaussichten erheblich verbessern.

Bei lokal fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs lohnt es, sich nach einer Chemo-Strahlentherapie noch einer Operation zu unterziehen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer, die dieses Vorgehen mit der alleinigen Chemo-Strahlentherapie verglichen.

Die Forscher stützten sich auf die Daten von 11.122 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs. Knapp drei Viertel der Patienten erhielten eine Chemo-Strahlentherapie, wobei mit der Strahlentherapie innerhalb von 30 Tagen nach dem Start der Chemotherapie begonnen wurde. Die übrigen Patienten wurden außerdem noch innerhalb von 90 Tagen operiert. 

Die zusätzliche Operation zahlte sich aus: Die Hälfte der Patienten der Chemo-Strahlentherapie-Operationsgruppe war nach 32,5 Monaten noch am Leben, in der Chemo-Strahlentherapie war das nach 14 Monaten der Fall. Das Zehn-Jahres-Gesamtüberleben betrug in der Chemo-Strahlentherapie-Operationsgruppe knapp 24 Monate, in der Chemo-Strahlentherapiegruppe hingegen nur sechs Monate.

Da es sich bei der Operation, bei der die Speiseröhre entfernt wird, um einen belastenden und folgenreichen Eingriff handelt, müssen der Nutzen und die Risiken bei jedem Patienten sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. In der Studie wurde bei älteren Patienten jenseits des 70. Lebensjahres und bei Patienten mit mindestens zwei Begleiterkrankungen häufiger auf die Operation verzichtet. Der mögliche Lebenszeitgewinn durch den Eingriff allerdings kann, so das Ergebnis der Studie, im Vergleich zur alleinigen Chemo-Strahlentherapie enorm sein.

 

Quelle:

Naik, K.B. et al.: Concurrent chemoradiotherapy with or without surgery for patients with resectable esophageal cancer: An analysis of the National Cancer Data Base. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Mai 2017, DOI: 10.1002/cncr.30763

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.11.2017 17:21