Lokal begrenzter Bauchspeicheldrüsenkrebs: Operieren, sofern möglich

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Die Leitlinien der Amerikanischen Krebsgesellschaft für Bauchspeicheldrüsenkrebs, der sich noch weiter ausgebreitet hat, wurden kürzlich aktualisiert.

Hat sich Bauchspeicheldrüsenkrebs zum Zeitpunkt seiner Entdeckung noch nicht in andere Organe ausgebreitet, sollte er operiert werden. Das ist eine der Empfehlungen in den Leitlinien der American Society of Clinical Oncology, die kürzlich auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aktualisiert wurden (Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology).

Für ihre neuen Empfehlungen stützten sich die Experten auf insgesamt neun klinische Studien aus den Jahren 2002 bis 2015. Demnach sollte bei der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs auf der Suche nach eventuellen Metastasen eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie von Bauch und Becken durchgeführt werden. Beide machen deutlich, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Allen Patienten, die noch keine Tochtergeschwülste, sogenannten Metastasen, in anderen Organen aufweisen, wird – sofern es der allgemeine Gesundheitszustand zulässt - eine Operation empfohlen, weil sie in dieser Situation die besten Überlebensaussichten verspricht. In manchen Fällen kann vor der Operation eine unterstützende neoadjuvante Therapie sinnvoll sein. Wenn keine neoadjuvante Therapie stattgefunden hat, sollte sich der Operation eine sechsmonatige adjuvante Chemotherapie anschließen, vorausgesetzt, es liegen keine gewichtigen Gründe vor, die dagegen sprechen. 

Wenn der Tumor bei der Operation nicht vollständig entfernt werden kann (im Mikroskop zeigen sich nach der Operation positive Tumorränder), und wurde keine neoadjuvante Therapie durchgeführt, ist eine adjuvante Chemo-Strahlentherapie möglich. Diese kann zudem Patienten angeboten werden, die nach Abschluss einer vier bis sechs Monate dauernden adjuvanten Chemotherapie einen Lymphknotenbefall aufweisen. 

Grundsätzlich sollten alle Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs regelmäßig nach Symptomen und ihrer psychischen Befindlichkeit befragt werden. Ist die Therapie abgeschlossen und kein Tumorgewebe mehr nachweisbar, sind engmaschige Nachsorgekontrollen notwendig.

 

Quelle:

Khorana, A. A. et al.: Potentially Curable Pancreatic Cancer: American Society of Clinical Oncology Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 31. Mai 2016, doi: 10.1200/JCO.2016.67.5553

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.09.2017 21:52