Lichttherapie gegen Schlafstörungen

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In einer Studie konnte die Schlafqualität von Krebspatienten mit Fatigue durch eine Lichttherapie verbessert werden.

Nicht wenige Krebspatienten leiden im Krankheitsverlauf oder auch noch lange Zeit, nachdem sie die Krankheit überstanden haben, unter Schlafstörungen. Eine 30-minütige Lichttherapie am Morgen über einige Wochen kann ihre Schlafqualität erheblich verbessern, wie sich in einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Sleep Medicine zeigte.

An der Studie nahmen 44 Krebspatienten teil, die die Therapie bereits abgeschlossen hatten, aber noch immer unter chronischer Erschöpfung (krebsbedingte Fatigue) litten. Sie erhielten eine Lichtbox, die entweder helles weißes Licht mit 1.350 Lux oder gedimmtes Rotlicht mit weniger als 50 Lux abgab. Die Patienten sollten vier Wochen lang jeden Morgen nach dem Aufwachen 30 Minuten lang ihr Gesicht im Abstand von rund 45 Zentimetern mit Licht aus dieser Lichtbox bestrahlen. Durch das Licht werden Sinneszellen, sogenannte Rezeptoren, der Netzhaut aktiviert, die wiederum bestimmte Nervenverbindungen stimulieren und dadurch den zirkadianen Rhythmus einstellen. Hierbei handelt es sich um die Fähigkeit des Organismus, physiologische Vorgänge wie Schlaf, Verdauung, hormonelle Rhythmen etc. auf eine Periode von rund 24 Stunden zu synchronisieren – unabhängig von äußeren Faktoren wie der Helligkeit oder Temperatur. Vor Beginn der Lichttherapie, zwei Wochen nach ihrem Beginn, während ihrer letzten Woche und drei Wochen nach ihrem Abschluss wurden die Patienten zum Schlafbefinden befragt.

Die Anwendung der Lichtbox mit weißem Licht erwies sich der Anwendung von gedimmtem Rotlicht als deutlich überlegen. Die Patienten, die sich mit weißem Licht bestrahlten, konnten die Effizienz ihres Schlafs auf ein normales Niveau anheben – Schlafqualität, Schlafdauer und Durchschlafverhalten verbesserten sich.

Zwar handelte es sich in der Studie um eine nur geringe Anzahl von Teilnehmern, weshalb die Effizienz der Lichttherapie bezüglich Schlafstörungen bei Krebspatienten nicht abschließend beurteilt werden kann. Größere Studien seien nun laut Studienautoren notwendig. Jedoch könne ihrer Ansicht nach eine mehrwöchige Therapie mit weißem Licht womöglich eine geeignete Möglichkeit sein, die Schlafqualität bei Krebspatienten zu verbessern. 

 

Quelle:

Wu L M et al. The Effect of Systematic Light Exposure on Sleep in a Mixed Group of Fatigued Cancer Survivors. Journal of Clinical Sleep Medicine 2018, 14(1):31-39

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.02.2018 14:08