Lichttherapie bei seltenem hellem Hautkrebs

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Morbus Bowen, eine seltene Frühform von hellem Hautkrebs, kann offenbar relativ effizient mit photodynamischer Therapie behandelt werden.

Die photodynamische Therapie kann auch bei Morbus Bowen, einer seltenen Form von nicht-melanozytärem, sogenanntem hellem Hautkrebs, eingesetzt werden. Das geht aus dem Bericht über eine Studie in der Fachzeitschrift Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology hervor.

Beim Morbus Bowen (auch Dyskeratosis maligna genannt) handelt es sich um ein von den Hornzellen der Haut ausgehendes Carcinoma in situ, also einen bösartigen Tumor im Frühstadium, der sich noch nicht über seinen Ursprungsort hinaus ausgebreitet hat. Er tritt durch langsam wachsende, rote schuppige Veränderungen in Erscheinung, die denen von Psoriasis oder einem Ekzem ähneln. In der rückblickenden Studie aus Schweden wurde untersucht, wie gut sich Morbus Bowen bei Patienten mit einer photodynamischen Therapie behandeln lässt. Dabei wird eine Therapie mit Licht und einem sogenannten Photosensitizer kombiniert. Letzterer ist eine lichtempfindliche Substanz, die sich in dem erkrankten Gewebe anreichert und es dadurch für Licht sensibilisiert. Wenn anschließend Licht einer bestimmten Wellenlänge aufgestrahlt wird, entstehen toxische Reaktionen, die das Tumorgewebe schädigen.

335 Patienten mit insgesamt 423 Bowen-Tumoren wurden in die Studie aufgenommen und mit photodynamischer Therapie behandelt. Die durchschnittliche Beobachtungszeit betrug elf Monate. Mehr als drei Viertel der Läsionen sprachen gut auf die photodynamische Therapie an und verschwanden zunächst. Knapp jeder sechste Tumor (von allen Tumoren) kehrte allerdings im Laufe der Beobachtungszeit zurück. Insgesamt konnten zwei Drittel der Tumoren dauerhaft durch eine photodynamische Therapie beseitigt werden. Ein höheres Risiko dafür, dass die Therapie nicht ausreichen würde, war bei größeren Tumoren (größer als zwei Zentimeter) und bei Patienten, die nur eine einzige Phototherapiesitzung erhalten hatten, gegeben.

Nach Ansicht der Studienautoren hat sich die photodynamische Therapie in dieser Studie als relativ effiziente Behandlungsmöglichkeiten für Morbus Bowen herausgestellt.

 

Quelle:

Zaar, O. et al.: Effectiveness of photodynamic therapy in Bowen's disease: a retrospective observational study in 423 lesions. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, Onlinevorabveröffentlichung am 10. März 2017, DOI: 10.1111/jdv.14164  

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05