Lichen sclerosus als Risikofaktor für Vulvakrebs bekämpfen

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Die Anwendung einer Steroidsalbe verbessert das Krankheitsbild rasch.

Lichen sclerosus der Vulva, des Schamhügels bei Frauen, ist eine fortschreitende Hautentzündung, die ein Krebsrisiko darstellt. Sie sollte deshalb gut behandelt werden, was einer neuen Studie in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology zufolge gut mit einer Steroidsalbe gelingen kann.

Die Erkrankung ist nicht nur ein Risikofaktor für Krebs der Vulva, sie kann aufgrund der damit einhergehenden Beschwerden wie Juckreiz, Schmerz und sexuelle Dysfunktion die Betroffenen in ihrem Alltag auch erheblich beeinträchtigen. In der aktuellen Studie wurden rückblickend die Daten von 333 Patientinnen ausgewertet, die zwischen 2012 und 2017 wegen Lichen sclerosus behandelt worden waren. Im Durchschnitt mussten die Patientinnen sechs Arztbesuche hinter sich bringen, bis sie von der Krankheit als geheilt galten.

Bei zwei Dritteln der Arztbesuche zeigte sich, dass die Patientinnen die verschriebene Steroidsalbe sachgemäß angewendet hatten. Bei einem Viertel der Arztbesuche allerdings war die Salbe weniger angewendet worden als vom Arzt empfohlen, in acht Prozent der Fälle sogar überhaupt nicht.

Bei den Patientinnen, die die Salbe wie vom Arzt verschrieben, angewendet hatten, besserten sich die Symptome deutlich rascher. Auch die Untersuchung vom Arzt ergab früher als bei Patientinnen, die die Steroidsalbe gar nicht oder nur ungenügend einsetzten, eine Besserung des Befundes. Die Schmerzen gingen nach Anwendung der Salbe zurück, die Frauen berichteten, wieder schmerzfrei Sex haben zu können. 

Nach Ansicht der Studienautoren könne die topische Anwendung einer Steroid-haltigen Salbe die Beschwerden infolge eines Lichen sclerosus rasch und effizient lindern.

 

Quelle:

Kohn JR et al. Clinical outcomes and adherence to topical corticosteroid therapy in women with vulvar lichen sclerosus: A retrospective cohort study. Journal of the American Academy of Dermatology 2020, 83:1104-9

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.10.2020 18:00