Lentigo maligna: Vor allem an der Nase erhöhte Rückfallgefahr

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Nach nicht-operativer Behandlung neigt Lentigo maligna, aus der sich schwarzer Hautkrebs entwickeln kann, zum Rückfall, insbesondere wenn sie die Nase betrifft. Dies hat seinen Grund in einer verstärkten Ansammlung atypischer Melanozyten.

Lentigo maligna, eine krankhafte Ansammlung atypischer pigmentbildender Zellen, der sogenannten Melanozyten, in der Oberhaut, kann unbehandelt zu schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, führen. Eine Behandlung wird deshalb empfohlen, sie kann operativ oder nicht-operativ erfolgen. Doch vor allem wenn die Nase befallen ist, besteht nach nicht-operativen Therapien ein erhöhtes Risiko für einen Rückfall, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology berichteten. Dem gingen sie durch mikroskopische Untersuchungen des Lentigogewebes näher auf den Grund.

Vor allem lichtexponierte Körperstellen wie Gesicht, Hals, Unterarme, Hände und Unterschenkel sind von Lentigo maligna betroffen. Es wird vermutet, dass wiederholte starke Sonneneinstrahlung die Ursache ist. Bemerkbar macht sich die Erkrankung durch braune bis schwarze, unscharf begrenzte plane Flecken in unterschiedlichen Größen. Sie entstehen meist erst nach dem 50. Lebensjahr.

In der aktuellen Studie wurde der Krankheitsverlauf bei Patienten mit Lentigo maligna der Nase und der Wangen verfolgt, die sich einer Operation unterzogen hatten. Die Forscher untersuchten das histologische Aussehen der Lentigoherde und stellten fest, dass in den Herden der Nase atypische Melanozyten in größerer Dichte vorkamen als in den Herden der Wangen. Die atypischen Melanozyten, aus denen sich ein Melanom entwickeln kann, reichten bereits tiefer ins Gewebe hinein.

Dies, so die Studienautoren, könne vermutlich erklären, weshalb nach nicht operativer Behandlung Lentigo der Nase häufiger zu Rückfällen neige. Es sei sinnvoll, bei der Wahl der Therapie die Lokalisation von Lentigo maligna zu berücksichtigen.

 

Quelle:

Greveling, K. et al.: Lentigo maligna – anatomic location as a potential risk factor for recurrences after non-surgical treatment. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. September 2016, DOI: 10.1111/jdv.13941

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 15.12.2017 21:20