Leitlinie zu Hodenkrebs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Eine neue Leitlinie gibt aktuelle Empfehlungen zur Diagnose, Therapie und Nachsorge bei Hodenkrebs.

Hodenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen, bei denen oft eine gute Prognose besteht – die große Mehrheit der Patienten kann diese Erkrankung überleben. Doch sind auch hier noch Verbesserungen möglich, wenn die jeweils beste Diagnostik sowie eine optimale Therapie und Nachsorge erfolgen. Hierzu soll die neue Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens“ beitragen, die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie und der Deutschen interdisziplinären Hodentumorgruppe der DKG im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe erstellt und jetzt in finaler Fassung veröffentlicht wurde.

95 Prozent der Patienten, die an Hodenkrebs erkranken, sind zehn Jahre nach der Diagnosestellung noch am Leben. Doch zu den Voraussetzungen dafür, dass die Heilungschancen so gut sind, gehört eine Behandlung der Patienten in spezialisierten Zentren. Dies gilt insbesondere für Patienten, deren Tumor sich bereits in andere Organe ausgebreitet und Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, gebildet hat. In entsprechenden Einrichtungen verfügen die Behandelnden in der Regel über genügend Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit und wissen zudem über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse Bescheid.

Auch auf die richtige Nachsorge kommt es an – durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen in optimalen Abständen mit den richtigen Untersuchungsmethoden kann ein eventueller Rückfall schon frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die neue Leitlinie gibt hierüber ausführlich Auskunft. Darüber hinaus spricht die Leitlinie Empfehlungen für den Umgang mit therapiebedingten Spätfolgen aus und informiert über die Möglichkeiten der Kryokonservierung von Spermien, um auch nach der Erkrankung bei entsprechendem Wunsch noch Kinder zeugen zu können. Um einen eventuellen Hodenkrebs rechtzeitig zu bemerken wird jungen Männern die regelmäßige Selbstuntersuchung des Hodens empfohlen.

 

Quelle:

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens, Langversion 0.1 (Konsultationsfassung), 2018 AWMF Registernummer: 043/049OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/hodentumoren (Stand: 10.09.2019)

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Aktualisiert am: 16.11.2019 18:05