Lebertumor im Kindesalter

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Bei Hepatoblastom sind die Überlebensaussichten gut, bei anderen bösartigen Lebertumoren weniger.

Wenn Kinder an einem Lebertumor erkranken, hängt die Prognose davon ab, um welche Art Tumor es sich handelt. Darauf verweisen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology.

Die Forscher analysierten Daten von Kindern, die im Alter von wenigen Monaten bis 14 Jahren an einem Lebertumor erkrankt waren. Die Daten stammten aus Datenbanken aus Griechenland (2001-2019) und Moskau (2012-2019). Es handelte sich um 171 Kinder, davon etwas mehr als die Hälfte Jungen.

133 Kinder waren an einem Hepatoblastom erkrankt. Es ist der häufigste bösartige Lebertumor bei Kindern und geht vom embryonalen Gewebe aus. Die meisten Kinder erkranken vor dem zweiten Lebensjahr daran. Von den in den Datenbanken erfassten Kindern mit Hepatoblastom überlebten 85 Prozent fünf Jahre und länger. 

Insgesamt waren fünf Jahre nach der Diagnose noch 80 Prozent der Kinder unter fünf Jahren am Leben. Deutlich ungünstiger war die Prognose bei Kindern, die an Leberzellkrebs, dem sogenannten hepatozellulären Karzinom, erkrankten, das sich unmittelbar aus den Leberzellen entwickelt. Außerdem waren die Überlebensaussichten ungünstiger, wenn sich der Tumor in die Umgebung oder mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hatte. Auch bei einem Rückfall verschlechterten sich die Aussichten. Wenn dagegen der Tumor bei der Operation vollständig entfernt werden konnte, war die Prognose günstiger.

Bei bestimmten bösartigen Lebertumoren bestehen im Kindesalter bei adäquater Behandlung gute Aussichten, bei anderen sind sie noch immer eher ungünstig, so das Fazit der Studienautoren. Hier bestehe Verbesserungsbedarf.

 

Quelle:

Karalexia MA et al. Survival and prognostic factors for childhood malignant liver tumors: analysis of harmonized clinical data. Cancer Epidemiology, Februar 2021, Volume 70, https://doi.org/10.1016/j.canep.2020.101850

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 05.03.2021 14:05