Lebermetastasen: Wie oft und woher?

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Woher Lebermetastasen häufiger ihren Ausgang nehmen, hängt unter anderem vom Lebensalter ab.

Jeder 20. Patient, bei dem Krebs festgestellt wurde, wies in einer Studie bereits zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in der Leber auf. In welchem Organ die Metastasen ihren Ausgangspunkt hatten, hing offenbar unter anderem vom Alter des Patienten ab, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology berichteten.

In der Studie wurden die Daten von 2,4 Millionen Krebspatienten aus der Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) Datenbank ausgewertet, die dort zwischen 2010 und 2015 erfasst worden waren. Rund fünf Prozent der Patienten wiesen schon zum Zeitpunkt der Erstdiagnose der Krebserkrankung Metastasen in der Leber auf. Bei jungen Frauen (20 bis 50 Jahre) befand sich der Ausgangstumor am häufigsten in der Brust, bei jungen Männern im Dickdarm. Ältere Patienten hingegen zeigten bezüglich des Ursprungstumors ein heterogenes Bild: Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Dünndarmkrebs, malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) und Blasenkrebs kamen ebenso vor wie Lungenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Dickdarmkrebs.

Patienten mit Lebermetastasen hatten im Durchschnitt eine ungünstigere Prognose als Patienten ohne Lebermetastasen. Dies galt insbesondere für Patienten mit Hodenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs, Analkrebs und Melanom.

 

Quelle:

Horn SR et al. Epidemiology of liver metastases. Cancer Epidemiology 2020, 67:101760. https://doi.org/10.1016/j.canep.2020.101760

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 27.11.2020 19:40