Lebermetastasen bei Aderhautmelanom

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Eine spezielle Bestrahlungsmethode, SIRT, ist, wenn eine Operation nicht in Frage kommt, laut einer Studie eine sichere und effiziente Behandlungsmethode.

Wenn sich ein Aderhautmelanom, also schwarzer Hautkrebs der Aderhaut am Auge, der sogenannten Uvea, bereits mit Tochtergeschwülsten (Metastasen) in die Leber ausgebreitet hat, können diese unter Umständen operiert werden. Ist jedoch eine Operation nicht möglich oder unerwünscht, steht die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) zur Verfügung. Dieses besondere Bestrahlungsverfahren ist einer Studie in der Fachzeitschrift Acta Oncologica zufolge eine sichere, effiziente und gut handhabbare Methode für solche Lebermetastasen.

Bei der SIRT kommen praktisch zwei Wirkmechanismen zur Anwendung: Es werden kleine Partikel, sogenannte Mikrosphären, mit einem Betastrahler kurzer Reichweite (Yttrium-90) beladen und über einen speziellen Katheter in den Blutgefäßen in die den Tumor versorgenden Arterien geleitet. Die Arterien werden dadurch verstopft, sodass die Blutversorgung des Tumorgewebes deutlich abnimmt. Außerdem wird der Tumor durch das radioaktive Yttrium-90 bestrahlt und zerstört.

Die aktuelle Studie stammt aus Finnland, wo die SIRT bei Lebermetastasen infolge eines Aderhautmelanoms bevorzugt als erste loko-regionale Therapie eingesetzt wird, wenn nicht operiert werden kann. 18 Patienten mit einer vorhergesagten Lebenserwartung von mehr als drei Monaten nahmen teil und wurden mit SIRT behandelt. Bei drei Patienten (17%) sprachen die Lebermetastasen teilweise an (partielle Response), bei acht (44%) stabilisierte sich die Krankheit. Nach SIRT dauerte es bei der Hälfte der Patienten knapp sechs Monate, bis die Krankheit weiter voranschritt. Die Hälfte der Patienten lebte nach SIRT 13,5 Monate oder länger (bis zu 45 Monate). Von den Patienten, die SIRT als erste Therapie erhalten hatten, war die Hälfte nach 19 Monaten noch am Leben – und damit signifikant länger als frühere Patientengruppen, die mit Chemotherapie behandelt worden waren.

Die SIRT wurde nach Angaben der Studienautoren gut vertragen, es traten hauptsächlich leichte bis mittelgradige Nebenwirkungen auf, die gut behandelt werden konnten. In dieser Studie habe sich die Strahlungsmethode bei Patienten mit Lebermetastasen infolge Aderhautmelanom als praktikabel und sicher erwiesen, so die Zusammenfassung im Studienbericht.

 

Quelle:

Tulokas S. Selective internal radiation therapy (SIRT) as treatment for hepatic metastases of uveal melanoma: a Finnish nation-wide retrospective experience. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 23. April 2018, https://doi.org/10.1080/0284186X.2018.1465587

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Aktualisiert am: 20.05.2018 21:36