Leberkrebs: Operieren lohnt fast immer

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Egal, welches Krankheitsstadium, eine Operation scheint fast immer die Überlebensaussichten der Patienten zu verbessern

Wird Leberkrebs diagnostiziert, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden – egal, in welchem Stadium sich die Tumorkrankheit befindet. Ungünstig, so ein Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Hepatology, sei es lediglich, wenn die Leber schon arg in Mitleidenschaft gezogen ist oder die Patienten in einer schlechten Allgemeinverfassung sind.

In einer Studie untersuchten Forscher den Krankheitsverlauf bei Patienten mit Leberkrebs im Barcelona Clinic Liver Cancer (BCLC)-Stadium A, B und C, die sich zwischen 2000 und 2012 einer Operation, lokalen Therapie (z.B. transarteriellen Chemoembolisation) oder der besten (unterstützenden) Supportivtherapie unterzogen.

Unabhängig vom BCLC-Stadium der Tumorkrankheit war die Operation mit einem günstigeren Krankheitsverlauf und besseren Überlebenschancen verbunden. Dies galt allerdings nur für Patienten, deren Leber noch weitgehend funktionstüchtig war und die sich in einem guten allgemeinen körperlichen Zustand befanden: Operierte Patienten mit einem MELD-Score von mehr als 9, Child B oder Performance Status von 2 profitierten im Vergleich zu Patienten mit lokaler Therapie von dem chirurgischen Eingriff nicht.

Bei Leberkrebs könne die Operation unabhängig vom Tumorstadium Überlebensvorteile bringen, sofern der allgemeine körperliche Zustand sie zulasse und die Leber noch weitgehend arbeite, so die Schlussfolgerungen der Studienautoren.

 

Quelle:

Vitale, A. et al.: Survival benefit of liver resection for patients with hepatocellular carcinoma across different Barcelona Clinic Liver Cancer stages: A multicentre study. Journal of Hepatology 2015, 62(3):617-624

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.09.2017 21:09